Pläne für Landerer liegen aus

Bürgerinitiative will das ECE-Einkaufszentrum "mit aller Kraft" verhindern

Von Gerd Kempf

<p>Auf dem Landerer-Areal sind die Konturen des künftigen Einkaufszentrums nachgezeichnet, so dass sich jeder ein Bild von der Größenordnung des von ECE geplanten Projekts machen kann. (Foto: Andreas Veigel)</p>

Auf dem Landerer-Areal sind die Konturen des künftigen Einkaufszentrums nachgezeichnet, so dass sich jeder ein Bild von der Größenordnung des von ECE geplanten Projekts machen kann. (Foto: Andreas Veigel)

 

Im Amtsdeutsch heißt es "frühzeitige Bürgerbeteiligung" und der Bebauungsplan heißt offiziell "Südliche Metzgergasse II". Im Klartext heißt das, dass der bestehende Bebauungsplan, der auf dem Landerer-Areal zwei Neubauten für die Volkshochschule und die Stadtbücherei vorsah, so abgeändert wird, dass dort ECE das geplante Einkaufszentrum verwirklichen kann. Und dass ab Montag bis einschließlich 29. Oktober alle Pläne sowie die erforderlichen Untersuchungen für jeden Bürger im Stadtplanungsamt einzusehen sind.

Um eine Vorstellung über die Größe des Einkaufszentrums zu vermitteln, hat der Gemeinderat zusätzlich beschlossen, die Konturen des Projekts auf dem Landerer-Areal und den öffentlichen Verkehrsflächen nachzuzeichnen. Am Montag findet zudem um 19.30 Uhr im Olga-Zentrum eine Anliegerversammlung statt, am Dienstag soll eine Informations-Stele aufgebaut werden.

Nach dem Grundsatz-Beschluss vom Juli hat der Gemeinderat mit noch gewachsener Mehrheit am 29. September das Konzept zur weiteren Bearbeitung des Bebauungsplans abgesegnet. Die "Bürgerinitiative gegen eine ECE-Stadtgalerie auf dem Landerer-Areal" ist deswegen nicht untätig geblieben und will nun die frühzeitige Bürgerbeteiligung nutzen, die Bedenken beim Stadtplanungsamt schriftlich oder mündlich vorzubringen.

"Wir kämpfen weiterhin mit aller Kraft dafür", heißt es in einem von Wolfram Karg und Thomas Walch unterzeichneten Flugblatt, "um die Bebauung des Landerer-Areals in der geplanten Form zu verhindern."

Um den Bürgern ihren Protest zu erleichtern, hat die Bürgerinitiative ein Formblatt erstellt, das unterschriftsreif beim Musikhaus Sprösser, dem Schuhhaus Walch, dem Schmuckgeschäft Eigenart, beim Optiker Reinecke, der Metzgerei Sorg und der Pizzeria Romana ausliegt. Darin werden drei "Bedenken und Anregungen" vertieft.

Kritisiert wird erstens das Verkehrskonzept, das "durch ein neues, überzeugendes Konzept ersetzt werden muss, um einen Kollaps in der Innenstadt zu verhindern". Da es zweitens "völlig unklar" sei, wie zusätzliche Kaufkraft für das ECE-Center gewonnen werden könne, soll Heilbronn auf eine "austauschbare Stadtgalerie" verzichten und stattdessen einen "attraktiven Mix individueller Fachgeschäfte" anstreben. Drittens wird die "extrem dichte Bebauung" beklagt, die den Deutschhof "quasi erdrückt".