Um die Musikmuschel im Park ist es still geworden

Pavillon im Stadtgarten führt heute ein einsames Dasein - Einst lebte die Bühne durch regelmäßige Platzkonzerte

Still ist es rund um die Musikmuschel
Fürwahr keine Zierde des Heilbronner Stadtgartens ist die Musikbühne hinter der Festhalle. Seit Jahren finden hier keine Platzkonzerte mehr statt. Wilfried Hajek kann sich an dieser Stelle mehr Park vorstellen. Die Bühne wird abgerissen.

Und hier hat mal die Musik gespielt? Unvorstellbar. Einsam und verlassen liegt die Bühne heute sozusagen im letzten Eck: Die Musikmuschel hinter der Heilbronner Harmonie fristet inzwischen nur noch ein sehr nützliches Dasein - und mancher weiß nicht einmal, dass es sie überhaupt gibt. Statt dass hier wie einst geplant und lange Jahre praktiziert, Musik tönt, nutzen die Gärtner das Untergeschoss der Musikmuschel als Werkstatt und Lager. Die Rückwand ist mit Graffiti beschmiert. Die Glaskugeln der Laternen sind zersplittert.

Im Sommer 1964, fünf Jahre nach der Eröffnung des Stadtgartens, feierte Heilbronn nach langen Jahren des Streits um den Bau und die Kosten der Bühne die Einweihung des Pavillons. Bis vor rund sechs Jahren gab es in der Musikmuschel regelmäßige Platzkonzerte, erinnert sich der Geschäftsführer der Heilbronn Marketing, Bernhard Winkler. „Heute wird sie nur noch sporadisch genutzt. Vor allem für Kinderveranstaltungen.“

Die Penner, die einst den Stadtgarten eingenommen hatten, haben wohl mit dazu beigetragen, dass die Musikmuschel an Attraktivität verloren hat, vermutet Winkler. Und: „Platzkonzerte sind nicht mehr gefragt. Zum Schluss waren mehr Musiker da als Zuhörer.“ (kaf)