Heilbronner Geschichte-Erzähler

Der Journalist Uwe Jacobi wird Ruheständler - Mit 65 Jahren voller Ideen und Tatkraft

Von bok

Das Arbeitszimmer gleicht einem Archiv. Hier, wo sich historische Bücher, Artikelsammlungen und Fotografien stapeln, erfüllt Uwe Jacobi seine Mission: Geschichte, vornehmlich die der Stadt Heilbronn, ins Bewusstsein einer breiten Leserschaft bringen.

Während die "gewöhnlichen" Redakteure der Heilbronner Stimme ihrem vergänglichen Tagwerk nachgehen, erarbeitet der stellvertretende Chefredakteur, Autor und Haus-Historiker Bleibendes: Artikel-Serien und Bücher. So hat sich der Jubilar nicht nur um die Zeitung, sondern auch um seine Wahlheimat verdient gemacht: Weil er gegen das Vergessen anschreibt, Vergangenes lebendig macht und zudem bürgerliches Engagement (für Kultur, Sport und jüdische Mitbürger) vorlebt.

Wenn Uwe Jacobi an diesem Freitag auf sein 65-jähriges Leben zurückblickt, entblättert sich ein Strauß vielfältigster Schaffenskraft. Da ist zunächst der Redakteur, der 1961 bei der Heilbronner Stimme anfing, rasch zum Reporter, Ressortleiter und 1989 schließlich zum stellvertretenden Chefredakteur aufstieg. Seine Erfüllung hat der begnadete Geschichte- und Geschichtenerzähler in seiner letzten Position als Autor gefunden. Frei von organisatorischen Pflichten durfte sich "jac" ganz auf seine Neigungsthemen konzentrieren.

Davon wird der mit Preisen und Auszeichnungen (u. a. Goldene Münze der Stadt Heilbronn) hoch dekorierte Journalist auch nicht lassen, wenn er Ende Juli in den Unruhestand wechselt. Er wird also weiter Bücher schreiben, Kulturschaffenden wie den "Hegelmaiers" mit ausgefeilten Texten zur Hand gehen und lokalen Fördervereinen mit Rat und Tat zur Seite stehen. An Ideen und Tatkraft mangelt es dem rüstigen Rentner in spe nicht. Auf Jacobis Aufgabenagenda steht auch ein Großprojekt: "Endlich einen guten Kriminalroman schreiben, der in Heilbronn spielt."

Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme würdigt die Leistungen des stets angenehmen Kollegen zum Monatsende mit einer Feier an passendem Ort: auf dem Theaterschiff, das der gebürtige Bad Cannstatter stets gefördert hat.