Weiße Pracht ohne Ende? Der Schnee von gestern blieb sogar noch länger liegen

Region Heilbronn - Kalt, frostig und ungemütlich: Warum dieser Winter zwar ziemlich hart, aber noch lange nicht der härteste aller Zeiten ist

Von Bärbel Kistner und Helmut Buchholz

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Region Heilbronn -  Inzwischen ist die Schneemenge dieses Winters rekordverdächtig: Zu den 16 Tagen im Januar mit geschlossener Schneedecke sind im Februar weitere neun dazugekommen. Wenn er die Februare der vergangenen 20 Jahre unter die Lupe nimmt, dann ist auch für Hobby-Wetterbeobachter Roland Rösch aus Heilbronn-Böckingen der Februar 2010 umso außergewöhnlicher. Seit 1990 gab es in der Hälfte der Jahre, also zehn Mal, überhaupt keinen Schnee im Februar, die Schlitten verrosteten im Keller.

Nur 1991, 1996 und 2005 maß Rösch im zweiten Monat des Jahres eine beachtenswerte, geschlossene Schneedecke, die zwischen acht und 16 Tagen andauerte. In den weiteren sieben Jahren waren die kleinen Mengen an Schnee oft nur wenige Zentimeter hoch und meist noch schneller verschwunden als sie gekommen waren: "Die Sonne steht im Februar schon so hoch am Himmel, da ist der Schnee schnell wieder geschmolzen", sagt Rösch.

Tauwetter

Auch wenn der Schnee jetzt bald der von gestern sein wird, weil ab Mittwoch Tauwetter angesagt ist: Der Eppinger Wetterbeobachter Willi Funk wird wie sein Kollege Rösch hinter dem Winter 09/10 in seinen Aufzeichnungen ein dickes Kreuz machen. "So lange eine geschlossene Schneedecke, das ist selten", sagt der 75-Jährige, der schon seit 1954 Wetterstatistik führt. 38 Tage lang ließ der Schnee in Eppingen keinen Grashalm zum Vorschein kommen. Mitte der 80er war es in drei Wintern noch länger weiß: jeweils mehr als 40 Tage geschlossene Schneedecke.

Auch die Schneehöhen sind zurzeit ganz ordentlich. Momentan sind es zwölf Zentimeter in Eppingen, 16 in Heilbronn. Das ist aber nicht mehr als ein Häufchen im Vergleich zu dem Schneeberg 1942. Da lagen 42 Zentimeter. Und wann war der härteste Winter überhaupt? Funk: "Das war der von 1962/63. Da war sogar der Bodensee zugefroren." Und an der Wetterstation in Eppingen zählte er 75 Frost, 44 Eis- und 36 Tage mit strengem Frost, also ständig unter zehn Grad minus. Die kälteste jemals in Eppingen gemessene Temperatur stammt aus dem Februar 1956: minus 27,2 Grad. Dagegen ist der aktuelle Winter - was die Minusgrade angeht - wohl eher ein Winterle.