Unangemeldete Kundgebung vor dem Heilbronner Rathaus

Heilbronn  Etwa 200 Menschen versammelten sich am Sonntagnachmittag zu einer Kundgebung am Heilbronner Rathaus. Auf Plakaten stand „Asylpolitik ist Deutschlands Untergang".

Von Heike Kinkopf

Die Kundgebung war nach Polizeiangaben nicht angemeldet. Einer Teilnehmerin aus Ellhofen zufolge folgten die überwiegend russisch sprechenden Teilnehmer einem Aufruf übers Internet. Ein Forum hatte zu bundesweiten Kundgebungen aufgerufen. Die Ellhofenerin selbst war gekommen, um gegen Gewalt gegen Kinder und Frauen zu demonstrieren, wie sie sagte.

Zunächst standen die Teilnehmer in losen Gruppen herum. Einen Verantwortlichen oder Organisator machte die Polizei vor Ort nicht aus. Dann sprachen einige spontane Redner von der Empore der Rathaustreppe zu den Teilnehmern nahezu ausschließlich in russischer Sprache. Sie entrollten Plakate, auf denen stand „Asylpolitik ist Deutschlands Untergang“. Und: „Grenzen zu – Rest raus.“

Aufgrund des Rechts auf Versammlungsfreiheit ließ die Polizei die Kundgebung zu und sorgte dafür, dass sie gegen 15 Uhr beendet wurde. Als die Polizei hinterher die Personalien der Redner aufnahm, erhitzten sich die Gemüter. „Wozu? Zeigt doch erstmal eure Ausweise“, riefen einige aus der Menge den Polizisten zu. 

Zu Ausschreitungen kam es nicht. Die Versammlung löste sich rasch auf. 

Weitere Kundgebungen

Laut Auskunft der Polizei kam es noch in weiteren Orten zu ähnlichen Kundgebungen. In Öhringen und Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) trafen sich jeweils rund 100 Personen. Zu besonderen Vorkommnissen sei es nicht gekommen, meldete die Polizei am Montag. 

Schon vor einigen Tagen war in verschiedenen sozialen Netzwerken verbreitet worden, dass am Sonntag gegen sexuelle Übergriffe demonstriert werden soll. Es kursierte auch die Nachricht, dass in Berlin eine Spätaussiedlerin von Flüchtlingen vergewaltigt worden sei. Dies stellte sich später als Falschmeldung heraus, so die Polizei. kik/red

 

 

 

 


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