Streetart am Sülmertor an vielen Stellen verschandelt

Heilbronn  30.000 Euro hat es gekostet, das Streetart-Projekt an der Unterführung beim Sülmertor. Die 150 Meter lange und bis zu einem Meter breite schwarze Wellenlinie eines Schweizer Künstlers ist noch nicht mal ein Jahr alt – und bereits an vielen Stellen übersprüht worden.

Von Adrian Hoffmann

 

Manch einer ging davon aus, dass Graffiti-Sprayer vor dem Kunstwerk eines anderen den nötigen „Respekt“ hätten und die Finger weglassen. Weit gefehlt. 

„Ich finde es sehr schade“, sagt Matthia Löbke vom Heilbronner Kunstverein, die 2016 in der Jury saß, die sich für den Schweizer Künstler Adrian Falkner entschieden hatte. „Ich hatte die Hoffnung, dass sich Sprayer abgehalten fühlen, über ein solches Werk eines Künstlers drüber zu sprühen.“ Diese Hoffnung habe sich leider nicht erfüllt.

Künstler reagiert gelassen

Sie habe damals mit Künstler Adrian Falkner gesprochen, wie er denn damit umgehen würde, wenn sich andere Sprayer an der Wellenlinie „verewigen“. Dann sei es eben so, meinte Falkner. Als Sprayer würde man damit leben können.

Ein Problem an der Unterführung sei, dass man dort insbesondere in Abend- und Nachtstunden sehr unbeobachtet sein könne, sagt Matthia Löbke vom Kunstverein weiter. „Da ist es natürlich mehr als einfach, zu sprayen.“

Stadt will Verschandelungen entfernen

Die Heilbronner Stadtverwaltung möchte die vielen Schmierereien auf dem Wellenlinien-Kunstwerk entfernen. Zudem werden Strafanzeigen gegen Unbekannt erstattet, sagt Anton Knittel, Sprecher der Stadtverwaltung auf Anfrage von Stimme.de.

Die über das Werk des Schweizer Künstlers gesprühten Graffiti können verhältnismäßig leicht entfernt werden, da die schwarze Wellenlinie mit einer speziellen Schutzschicht versehen ist.

Derzeit seien illegale Graffiti in Heilbronn eine größere Problematik als in den Vorjahren, so Knittel.

 

 

Zum Projekt Wellenlinie

Die Idee hinter der Wellenlinie war, den Beton der Unterführung bildhaft in Schwingung zu versetzen. Es sieht aus, „als hätte eine Riese Hand angelegt“, um die Heilbronner Nordstadt und das Industriegebiet miteinander zu verbinden, sagte Künstler Adrian Falkner im September 2016 über sein Projekt. Die Themen Bewegung und Geschwindigkeit sollten mit der Wellenlinie versinnbildlicht werden.

Diese „Waveline“ stehe für das Auf und Ab eines jeden einzelnen Lebens, so Falkner weiter, der mit seinen Graffiti-Werken international einflussreich und bekannt ist. „Ein technisch souverän ausgeführtes, ästhetisches Zeichen, ein so unspektakuläres wie dynamisches Statement im öffentlichen Raum.“

30.000 Euro war der Stadt das Projekt wert. Eine Summe, die die Kosten für den kleinen Wettbewerb umfasst, Material, Montage und Künstlerhonorar.

 

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