Signale auf Grün für Südbahnhof

Heilbronn - Der Heilbronner Gemeinderat hat jetzt den Bebauungsplan für das Südbahnhof-Areal gebilligt, auf dem ab dem Jahr 2014 Wohnungen und Gewerbe entstehen sollen. In das Gesamtprojekt werden einmal rund 100 Millionen Euro fließen.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Signale auf Grün für Südbahnhof
Noch gleicht das Südbahnhof-Areal einer trostlosen Fläche. Das wird sich 2014 ändern, wenn mit dem Bau der ersten Wohngebäude begonnen wird.Foto: Andreas Veigel

Heilbronn - Vor 18 Jahren hat die Heilbronner Kommunalpolitik die ersten Weichen gestellt, damit aus dem öden Südbahnhof-Areal einmal ein modernes innerstädtisches Wohnquartier werden kann.

Jetzt ist es soweit: Am Dienstag verabschiedete der Gemeinderat bei einer Gegenstimme (Linke) den Bebauungsplan und machte einen Knopf an das langwierige Verfahren mit komplexen Planänderungen. In das Gesamtprojekt werden einmal rund 100 Millionen Euro fließen.

Baubeginn 2014

"Mit dieser Zustimmung ist ein langjähriger Prozess erfolgreich abgeschlossen. Das ist das Ergebnis einer guten und lösungsorientierten Zusammenarbeit", kommentiert Klaus Gudzent, Projektleiter bei Aurelis, die Entscheidung.

Die Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG ist Eigentümerin einer 56.600 Quadratmeter großen Teilfläche, die jetzt an Bauträger veräußert wird. "Die Nachfrage ist gut. Wir haben genügend Interessenten", strahlt Gudzent. Entgegen ursprünglicher Überlegungen denkt auch Aurelis darüber nach, als Bauherr aufzutreten. Es wird, wie es heißt, "aber nicht in großem Stil sein".

Mit dem Bau der ersten Wohngebäude soll Anfang 2014 begonnen werden. "Die ersten Häuser können dann 2015 bezogen werden", blickt der Aurelis-Projektleiter voraus. In vier Abschnitten soll neben dem Geschosswohnungsbau mit Eigentums- und Mietwohnungen "in guter Durchmischung" auch Gewerbe und Dienstleistung integriert werden.

In den Wohnhäusern mit drei Vollgeschossen und einem zurückspringenden Dachgeschoss werden einmal mehr als 800 Menschen leben. Erfreuen können sie sich an insgesamt 9500 Quadratmetern Grünfläche mit mehreren Plätzen und Spielbereichen.

Parkhaus mit 250 Stellplätzen

Im Bereich der Stuttgarter Brücke wird ein mehrgeschossiges Parkhaus mit 250 Stellplätzen auf drei Ebenen entstehen, da es keine Tiefgaragenplätze geben wird. Die oberen Flächen sollen mit Büros, Dienstleistung und Arztpraxen belegt werden. Die Verkehrserschließung erfolgt über die Happelstraße. Auf dem Areal der Spathelf-Tankstelle plant die Stadtsiedlung den Bau einer Tagesstätte für etwa 70 Kinder. Betreiber soll die Arkus gGmbH (Arkus) werden.

Die Zeag Energie AG, die am Rathenauplatz ein Schaltwerk betreibt, will hier weiteres Gelände erwerben und in einem Teil eines geplanten Gebäudes das Schaltwerk städtebaulich integrieren. Offen ist, wie die restlichen Flächen genutzt werden. Es wird an Wohnungen, Parkflächen und Gewerbe gedacht.

Bevor es mit dem Bauen losgeht, werden weite Teile des Südbahnhofs wegen Altlasten etwa einen Meter tief ausgebaggert. "Mehr muss nicht sein, da sich darunter eine wasserdichte Lehmschicht befindet", erläutert Aurelis-Sprecher Helmut von Stackelberg. "Kein Problem" stellt der verdolte Cäcilienbach dar. Deutlich erweitert wird die Kanalisation. Auf dieser Trasse verläuft in Ost-West-Richtung ein Fuß- und Radweg.

Standortsuche

Noch keine neuen Standorte haben die Spathelf Autohaus GmbH mit angegliederter Tankstelle, die Malereinkaufsgenossenschaft Egistuck und der türkische Feinkosthändler Basak. Ihre Mietverträge laufen Ende 2014 aus. "Wir suchen noch nach einem geeigneten Grundstück", sagt Udo Spathelf.

Der Markt jedoch sei schwierig. Auch die Stadt Heilbronn habe bislang nicht helfen können. Spathelfs Wunsch: "Wir würden gerne im südlichen Bereich bleiben." Von einer Ansiedlung auf dem Schwabenhof sei die Stadt "nicht besonders begeistert".