Schlichte Eleganz für den Hagenbucher

Berliner Architekten bauen Heilbronner Science Center

Von Iris Baars-Werner

Schlichte Eleganz für den Hagenbucher
Jury-Chef Wilhelm (links) und Baubürgermeister Hajek vor dem Siegerentwurf, der den Hagenbucher und das neue Klinkergebäude mit einer Glas-Fuge trennt.

Foto: Dirks

WETTBEWERB - Das Berliner „Studio Inges“ mit den Architekten Stefan Schwirtz, Francesca Saetti und Thomas Bochmann hat den Architektur-Wettbewerb für den Heilbronner Hagenbucher gewonnen. Nach 13 Stunden Diskussion über 31 Entwürfe standen am Freitag die vier Preisträger und zwei Ankäufe fest, für die 67 000 Euro Preisgeld ausgegeben werden.

Ein Drittel neu 7600 Quadratmeter Fläche und 30 700 Kubikmeter umbauter Raum: Das sind die Kenndaten für den Um- und Neubau des ehemaligen Speichergebäudes am Neckar. Ein Drittel der Fläche und des Raumes werden sich im Neubau befinden. Der soll bis Herbst 2009 fertiggestellt sein und die Technik- und Erlebniswelt, das Science Center Experimenta beheimaten.

Von einer Bausumme von 10,4 Millionen Euro ging man in Heilbronn bisher aus. Der Siegerentwurf wird nach Schätzungen von Architekten und Verwaltungsspitze etwa 20 Prozent mehr kosten - also 12,5 Millionen Euro. Wenn dieser Entwurf gebaut wird: Darüber wird am 16. Mai der Gemeinderat entscheiden. Die einstimmige Empfehlung der Wettbewerbs-Jury lässt jedoch kaum Zweifel daran.

Die „hoch spannende Aufgabe“, an den architektonisch selbstbewusst auftretenden Bestand des historischen Hagenbucher-Speichers einen Neubau anzufügen, erbrachte nach Aussagen des Jury-Vorsitzenden Professor Fritz Wilhelm (Lörrach) Architekturentwürfe von „sehr hoher Qualität“. Für das Berliner Planer-Trio sprach sein Vorschlag, dem historischen Klinkerbau an dessen Nordseite einen zurückhaltenden und schlichten, „ebenbürtigen Anbau“ in gleichem Material anzufügen.

Alt- und Neubau wird eine gläserne, farbige Fuge verbinden. Das farbige Glas wird beim großzügigen Eingang und einigen Auf- und Durchbrüchen als Element wieder aufgenommen. Alt und neu sind leicht gegeneinander verschoben. In der Fuge sind die Treppen untergebracht. Die Dächer schließen mit durchsichtigen Aufbauten ab, die nachts beleuchtet sind.

Teil der Pläne ist eine treppenförmige Restaurantterrasse im Süden des Hagenbucher und die Einbeziehung des Wasser führenden Mühlgrabens in den Baukörper.

Klassiker „Wir hecheln hier nicht dem Zeitgeist hinterher“, erwartet Kulturbürgermeister Harry Mergel, dass aus dem Experimenta-Gebäude ein Klassiker wird. Für den Wettbewerb hatte es 304 Interessenten gegeben. Unter den 31 Wettbewerbs-Teilnehmern waren auch zwei Heilbronner Büros.

Die Entwürfe sind ab Samstag bis zum 8. April jeweils von 10 bis 18 Uhr im Hagenbucher zu sehen.