Ringhotel wird verkauft

Heilbronn - Das Ringhotel in Heilbronn ist verkauft. Ende des Jahres schließen Herberge, Restaurant und Weinstube des früheren Hotels Burkhardt.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Eine Hotel-Ära geht zu Ende

Heilbronn - Das Ringhotel in Heilbronn, das bis 2005 über drei Generationen hinweg den Namen Burkhardt trug, ist verkauft. Ende des Jahres schließen die Herberge, das Restaurant Vinopolitan und die Weinstube." Der Kaufvertrag ist unterschrieben. Es müssen nur noch Details geklärt werden", sagt Stephan Gerhard, Geschäftsführer der Treugast Solution Gruppe, die vor 13 Jahren nach der Insolvenz der Familie Burkhardt das drei Sterne Superior Hotel übernommen hatte. Zum neuen Besitzer und zum Kaufpreis sagt Gerhard nichts: "Es wurde Stillschweigen vereinbart." Nach HSt-Informationen dürfte der Kaufpreis bei 1,5 Millionen Euro liegen.

Hammer

In welcher Form die Immobilie künftig genutzt wird, darüber ist noch nicht endgültig entschieden. Als Gerücht Nummer eins hält sich hartnäckig, dass in dem Gebäude an der Ecke Lohtor-/Gerberstraße Studentenwohnungen entstehen sollen. Aber auch eine Anlage für betreutes Wohnen scheint möglich. "Es gibt noch eine dritte Option", gibt sich Professor Gerhard geheimnisvoll und schweigt.

"Die Nachricht vom Verkauf hat mich nicht überrascht. Vor fünf, sechs Jahren war ja schon einmal nach Interessenten gesucht worden. Die Tatsache, dass es kein Hotel mehr geben wird, hat mich aber umgehauen", schildert Peter Krause jene Sekunden, als eine kurze Mitteilung der Solution Gruppe bei ihm einging. Noch immer ringt der Hoteldirektor um Fassung: "Gerade jetzt, wo in der Unteren Neckarstraße alles so schön gerichtet wurde, kommt so ein Hammer."

Die Stimmung unter den rund 50 Mitarbeitern, von denen einige schon die Kündigung erhalten haben, ist bedrückt. Viele von ihnen sind seit Jahren im Haus. "Das Personal läuft aber noch immer wie eine Maschine. Wir alle wollen unseren Job ordentlich zu Ende bringen", lobt Krause die Moral vom Lehrling bis zum Küchenchef . "Bitter" ist für den 40-jährigen Hotelfachmann, dass er vor kurzem noch Auszubildende übernommen hat: "Wenn ich das, was kommt, vorher gewusst hätte...". Jetzt ist Krause, der selbst noch keine neue Stelle hat, als Türöffner für seine Mitarbeiter in der Gastro-Szene unterwegs.

Ursachenforschung

Genaue Gründe, weshalb die Hotel-Ära zu Ende geht, kennt Krause nicht. Die Zahlen seien nicht schlecht gewesen. Allerdings habe es bei der Ausstattung der Zimmer und des Restaurants "Luft nach oben gegeben". Auch im Brandschutz seien Investitionen erforderlich geworden. "Das neue Mercure Hotel hat sicher auch die Entscheidung beeinflusst", spekuliert der Hoteldirektor. Ein Grund könnte auch sein, dass die Solution Gruppe kein Hotel-Betreiber ist.

Die 75 Hotelzimmer haben Größenzuschnitte von elf bis 22 Quadratmetern: "Sie können für die neue Nutzung umgebaut werden", sagt Krause. In der Tiefgarage und auf dem Parkdeck an der Unteren Neckarstraße stehen 60 Parkplätze zur Verfügung. Diesen Bereich einmal wie gedacht gastronomisch zu nutzen, davon ist keine Rede mehr.