Neuer Überweg an der Allee: Postpassage schließt März 2009

Mitten auf der südlichen Allee sind seit Anfang März Bagger zugange. Sie markieren den Bau einer neuen Abbiegespur in die Kilianstraße. Autos werden hier bald aus beiden Richtungen in die Innenstadt abbiegen können – und damit zum Klosterhof. Gleichzeitig wird zwischen Kilianstraße und Titotstraße ein Fußgängerüberweg angelegt - Fotoserie

Von Kilian Krauth

Oberhalb der Postpassage wird derzeit die Allee umgebaut. Ab Mai kann man aus beiden Richtungen in die Kilianstraße abbiegen.Foto: Guido Sawatzki

Heilbronn - Mitten auf der südlichen Allee sind seit Anfang März Bagger zugange. Sie markieren den Bau einer neuen Abbiegespur in die Kilianstraße. Autos werden hier bald aus beiden Richtungen in die Innenstadt abbiegen können – und damit zum Klosterhof. Gleichzeitig wird zwischen Kilianstraße und Titotstraße ein Fußgängerüberweg angelegt.

Eigentlich sollten die Arbeiten im April fertig sein. Wegen einiger Abstimmungsfragen für Leitungen und Schächte wird es aber Mai werden, erklärt Karl-Heinz Frenzel vom Amt für Straßenwesen. Anfang 2009 soll dann südlich davon an der Klarastraße ein weiterer Fußgängerüberweg angelegt werden.

Die Postpassage wird damit überflüssig. Aus Kostengründen hatte der Gemeinderat bereits 2005 deren Schließung beschlossen. Die 27 Jahre alte Fußgänger-Unterführung verursacht ein Jahresdefizit von 100 000 Euro: weil die Rolltreppen dauernd kaputt gehen und für eine Erneuerung der Anlage 550 000 Euro fällig wären, erklärt Helmut Semenass, der Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes.




Die Mietverträge der kleinen Ladengeschäfte laufen nur noch bis 30. Juni 2008. Doch wird das Rathaus die Nutzer nicht postwendend auf die Straße setzen, betont Semenass. Die Mieter hätten die Option, jeweils um einen Monat zu verlängern. „Theoretisch können alle bis 31. März 2009 bleiben.“ Dann werden die Rolltreppen abgestellt und die Rampen verriegelt. Was danach kommt, ist offen. Die Grünen haben ein Fahrrad-Parkhaus vorgeschlagen. Doch die Stadt will hier kein Geld mehr in die Hand nehmen. Auch für eine ins Spiel gebrachte Underground-Location, ein Fitness-Studio oder einen Kaufladen sieht Semenass schwarz. „Es sei denn, es fände sich ein privater Investor.“

Verständnis Bei der Einweihung der 2200 Quadratmeter großen Passage im Jahre 1980 gab es hier 16 Geschäfte. Von neun städtischen Räumlichkeiten stehen heute drei leer, von den privaten die Hälfte. Manche Mieter sehen der Schließung mit Verständnis entgegen. „Ich wusste ja, was auf mich zukommt“, sagt Handy-Mann Erdem Köksaldi, der sich wegen des günstigen Mietpreises von 460 Euro bewusst für die Zwischenlösung entschieden hatte. Bereits im Vorfeld hat das Rathaus eingesessenen Mietern neue Läden vermittelt. „Lottofee“ Erika Laumen ist einfach einen Stock höher gezogen, Günter Barwig schneidet inzwischen an der Deutschhofstraße die Haare.

Kritik Manche Mieter schütteln aber auch den Kopf. Schlüsselmann Azis Tolu trauert seinem alten Laden nach: Erstens hatte er doppelt so viele Kunden, zweitens hätten viele Busfahrgäste die Passage bei Regenwetter auch als Wartehäuschen nutzten. Ähnlich denkt Stavros Kiriakakis, der Wirt der Frankenstube.