Neuer Kiliansplatz bis Ende 2008

Der Kiliansplatz in Heilbronn soll bis Ende des Jahres umgebaut werden. Den Zuschlag für die Neugestaltung erhielt die Biegert Landschaftsarchitektur aus Bad Friedrichshall

Von Joachim Friedl

1988 erhielt der Kiliansplatz seine heutige Gestalt. Der damals gewählte Stein „Kirtschevit“ war aber sein Geld nicht wert. Fotos: Dirks (2), Sawatzki, Stadt Heilbronn

Heilbronn - Der Kiliansplatz in Heilbronn soll bis Ende des Jahres umgebaut werden. Den Zuschlag für die Neugestaltung erhielt die Biegert Landschaftsarchitektur aus Bad Friedrichshall. In einer ersten Analyse stellt Baubürgermeister Wilfried Hajek fest: „Der Platz wird ebener, die richtigen Dinge sind an der richtigen Stelle, und er wird nicht zugepflanzt.“ Um den Auftrag beworben hatten sich insgesamt fünf Büros. Der Gemeinderat wird sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Gestaltungskonzept befassen.

Für geschätzte 1,54 Millionen Euro sieht die Biegert-Planung vor, einen zentralen Stadtplatz mit eigener Identität und einer hohen Aufenthaltsqualität zu schaffen. Vorgesehen ist, den Platz rechteckig anzulegen und durch zwei Hauptelemente, erhöhte Flächen in den Randbereichen (Balkone) und eine multifunktionale Ebene in der Mitte zu charakterisieren. Verändert wird auch das Höhenniveau: die Platzmitte wird leicht angehoben.

So sehen die Landschaftsplaner den künftigen Kiliansplatz.

„Der Naturstein für die Platzfläche wie auch für die umgebenden Bereiche enthält einerseits die Farbwerte des Heilbronner Sandsteins, erzeugt aber durch dunklere Einschlüsse einen farblichen Kontrast zur Kilianskirche“, beschreibt Hajek die Planidee. Durch in Teilen beschriebene Bronzebänder, die den Platz durchziehen, erhalte die Örtlichkeit ihre Einzigartigkeit. Die Bänder seien wie Zeilen einer Buchseite, die Gedanken über die Stadt und die Umgebung enthielten.

Eine weitere Besonderheit des neuen Kiliansplatzes ist, dass der Komödiantenbrunnen aufgelöst wird, die Skulpturen jedoch erhalten bleiben und mit bodenbündigen Wasserdüsen ergänzt werden. Der Wasserfilm fließt Richtung Klosterhof. Realisiert werden soll auch ein modulares Dach aus Segeltuch, das bei Veranstaltungen aufgeschlagen werden kann. Ein Dachbaustein ist fünf mal fünf Meter groß.

Einzelne platzprägende Elemente wie die Kilianskirche, die Brunnen und die Platanen werden gezielt angestrahlt. Die Strahler sitzen überwiegend auf den Dachflächen der umliegenden Gebäude. Lichtbänder betonen zudem die Mauerflächen vor der Kirche und im Bereich des Komödiantenbrunnens. Für Baubürgermeister Wilfried Hajek verfolgt der Entwurf das Motto „Lieber wenig und das richtig“.

Dass auch am Klosterhof die „richtige Qualität“ realisiert wird, darauf richtet Hajek immer wieder ein Auge. Er weiß: „Der Klosterhof wird das den Kiliansplatz am stärksten prägende Gebäude.“ Städtebaulich sieht der Architekt im Klosterhof eine größere Wirkung als vom ECE: „Der Klosterhof wird ein Gebäude mit unheimlicher Wucht.“

Unglücklich „Positiv überrascht ist Hajek von der Stadtgalerie: „Der Einkaufskomplex erdrückt nicht so stark wie befürchtet.“ Auch das Lichtkonzept sei „ausgesprochen gefällig“. Nicht glücklich scheint der Dezernent mit der Fassadengestaltung am westlichen Ende der Passage im Bereich der Schöntaler Gasse zu sein: „Hier sollte eigentlich Hand angelegt werden“, stellt er ohne ins Detail zu gehen fest.