Neuer Busbahnhof in Heilbronn wird ein Provisorium

Heilbronn  Der Zentrale Omnibusbahnhof beim Heilbronner Hauptbahnhof wird bis zur Bundesgartenschau 2019 umgebaut und modernisiert.

Von Joachim Friedl

Neuer Busbahnhof wird ein Provisorium
Diese Fläche überbaut die Albtal-Verkehrsgesellschaft unter anderem mit einer Wagenhalle. Rechts neben dem Bussteig (Mitte) werden fünf Buchten für Regionalbusse angelegt. Foto: Mario Berger

 

Allerdings wird entlang der westlichen Bahnhofstraße keine komfortable und moderne Infrastruktureinrichtung entstehen, sondern nur ein Provisorium. In einer ersten Kostenschätzung geht das Amt für Straßenwesen von Aufwendungen in der Größenordnung von 690.000 Euro aus. Für diese Zwischenlösung gab der Bauausschuss des Gemeinderates am Dienstag einstimmig grünes Licht.

Der vorhandene Omnibusbahnhof, der derzeit von Stadt- und Regionalbuslinien sowie von nationalen und internationalen Fernbussen angefahren wird, steht seit kurzem auf privatem Grund. Die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) hat die Fläche von den Bahngleisen bis zum Bussteig von der Bahn erworben. Die AVG plant hier den Bau einer Wende- und Abstellanlage für ihre Stadtbahnen sowie eine Wagen- und Waschhalle. Begonnen werden soll das Bauvorhaben 2018, da der Betriebsablauf laut AVG "dringend optimiert werden muss".

Westliche Bahnhofstraße und der dortige Parkplatz werden umgebaut

"Aufgrund dieser Nutzung muss der Zentrale Busbahnhof einen neuen Standort bekommen", sagte Christiane Ehrhardt in der Sitzung. Nach den Ausführungen der Leiterin des Amtes für Straßenwesen ist folgendes geplant: Die westliche Bahnhofstraße wird auf 12,50 Meter verbreitert. Die Parkbucht für fünf Stadt- und Regionalbuslinien wird an die Südseite der Straße (Drogenkontaktladen/Fleischereinkauf) verlegt, der Haltestellenbereich ist drei Meter breit und wird mit Sitzgelegenheiten und Überdachungen ausgestattet. Am Ende der Bahnhofstraße entsteht eine große Buswendeschleife. Dafür wird die Grünfläche beansprucht.

Der derzeit eingeschotterte Parkplatz zwischen Bahnhofstraße und Frankfurter Straße wird für Fernbusse umgebaut. Realisiert wird ein Bussteig inklusive Wartepositionen für sechs Busse. Dadurch reduzieren sich die Pkw-Kurzzeitparkplätze von etwa 120 auf knapp 50. Da sich auf der Fläche von 1897 bis 1966 das Straßenbahndepot der Heilbronner Verkehrsbetriebe befand, müssen vor Baubeginn die nur provisorisch zugeschütteten ehemaligen Wartungsgruben auf Altlasten untersucht und verfüllt werden.

Bundesgartenschau-Besucher willkommen heißen

Der Zeitplan sieht so aus, dass Ende des Jahres die Planungen abgeschlossen werden. Dann soll, wie Ehrhardt sagte, "das Projekt 2018 über die Bühne gehen".

"Es ist notwendig, die Besucher der Bundesgartenschau entsprechend willkommen zu heißen", begrüßte CDU-Stadtrat Thomas Randecker den Umbau des Busbahnhofs. Auch Grünen-Stadträtin Eva Luderer stellte wie Stadtrat Herbert Tabler (SPD) die Notwendigkeit der Neugestaltung nicht in Frage, bedauerte aber, dass die AVG "in dieser zentralen Lage" Fläche für sich in Anspruch nimmt.

"Wurde ernsthaft um die jetzige AVG-Fläche verhandelt?", fragte Gerd Kempf, denn für den SPD-Stadtrat wäre das der ideal Standort für einen neuen Busbahnhof. "Ja", sagte Bürgermeister Wilfried Hajek und erklärte, weshalb die Stadt nicht zum Zug kam: "Die Bahn hatte zum einen hohe Preisvorstellungen, zum anderen ist die Fläche Bestandteil des Stadtbahnkonzepts. Ein Rückkauf ist ausgeschlossen." Gedanken über die Kosten machte sich FWV-Stadtrat Fritz Kropp: "Die rund 700.000 Euro werden nicht reichen. Es wird eine Million werden."