Lob aus New York für Heilbronner Stadtbahn

Heilbronn/New York  Die New York Times berichtete vor kurzem über den Nahverkehr in Heilbronn. Hier muss man darüber schmunzeln, was eine amerikanische Journalistin über die S-Bahn schreibt.

Von Daniel Stahl

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Das Archivbild vom 8. Juni 2002 zeigt die von dem us-amerikanischen Pop-Art-Künstler James Rizzi gestaltete Stadtbahn bei ihrer ersten Fahrt durch Heilbronn. Foto: dpa

Das liest man auch nicht jeden Tag: Die Heilbronner Stadtbahn als gutes Beispiel für die ganze Welt. In der New York Times gab es kürzlich Lob für die S-Bahn. Als Beispiel dafür, wie Städte auch mit wenig Platz neue nachhaltige Verkehrskonzepte einführen können, erwähnt die Autorin Wien und eben Heilbronn.

Der Text ist schon ein paar Monate alt, vom Juli 2013. Der Artikel war aber bisher kaum jemandem in Heilbronn aufgefallen. Erst am Freitag bekam das Rathaus einen Hinweis von Andreas Berk, der bis Ende 2013 Projektleiter für den Stadtbahnbau war. Die Stadtverwaltung postete den Artikel gleich bei Facebook. „Wir fanden es einfach nett“, sagt Christian Britzke, Pressesprecher der Heilbronner Stadtverwaltung.

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Nett, aber auch ein wenig zum Schmunzeln. Denn so ganz richtig ist es nicht, was die Autorin schreibt. Sie erwähnt, dass Heilbronn zwischen 1993 und 2005 den Autoverkehr in der Stadt halbieren wollte. „Da hat sie sich wohl ein bisschen vertan“, sagt Britzke. Es müsse heißen „den Verkehrszuwachs halbieren“. Das klingt schon realistischer.

Aus heutiger Sicht müssen sich Heilbronner auch wundern, weil der Text ausdrücklich die Firma Bombardier lobt. Im vergangenen halben Jahr fiel die Firma in Heilbronn nur noch wegen Verzögerungen und technischen Schwierigkeiten auf (wir berichteten). Der Artikel erschien aber einige Tage bevor die Probleme mit den Zügen von Bombardier losgingen. Davon konnte die Autorin also nichts wissen. Aber auch über die vielen Stadtbahn-Verspätungen hat wohl niemand mit der Autorin gesprochen.

Aber oft ist es ja gut, die Dinge aus einiger Entfernung zu betrachten, etwa aus New York. Von dort gesehen ist die Stadtbahn also eine sehr gute Idee.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Heilbronner Stadtbahn Aufmerksamkeit aus New York erhält. Vor zwölf Jahren gestaltete der New Yorker Pop-Art-Künstler James Rizzi einen Stadtbahnwagen.

>>Zum Artikel der New York Times
 


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