Lautstarker Schwabenstreich am Heilbronner Hauptbahnhof

Heilbronn - Knapp 70 Menschen sind dem Aufruf des BUND Regionalverbands und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) gefolgt und haben sich am Mittwochabend vor dem Heilbronner Hauptbahnhof versammelt.


Heilbronn - Knapp 70 Menschen sind dem Aufruf des BUND Regionalverbands und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) gefolgt und haben sich am Mittwochabend vor dem Heilbronner Hauptbahnhof versammelt. Die Demonstranten kamen mit Plakaten und machten Punkt 19 Uhr mit Rasseln, Trillerpfeifen und Trommeln eine Minute lang ohrenbetäubenden Lärm.

Negative Folgen

Diese ungewöhnliche Form des Protests gegen das Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 hat sich zwischenzeitlich in Stuttgart etabliert, wo täglich ein sogenannter Schwabenstreich stattfindet. Überall in der Stadt sind die Demonstranten zu hören. „Infernalisch laut sein“, ist die Devise. Warum die Aktion nun auch nach Heilbronn kam, erklären BUND und VCD so: „Heilbronn und seine Region sollen nicht unter den negativen Auswirkungen des viel zu kleinen Stuttgarter Tunnelbahnhofes leiden!“

Unverständnis

Man wolle einfach ein Zeichen setzen, sagt Silke Ortwein vom DGB Nordwürttemberg. „Stuttgart 21 hat nicht nur mit Stuttgart zu tun.“ Die Verantwortlichen dürften nicht den Fehler begehen, den zunehmenden Druck der Straße und weitere Einwände aus Gutachten einfach aussitzen zu wollen, heißt es in einer DGB-Pressemitteilung vom Mittwoch. Damit unterschätzten sie die Auswirkungen der sich abzeichnenden Spaltung der Bevölkerung ebenso wie das wachsende Unverständnis der Menschen für das politische Handeln.

Nach der einminütigen Aktion in Heilbronn gab es Beifall aus den umliegenden Straßencafés. Eine Demonstrantin aus Oberstenfeld sagte, sie finde es toll, dass jetzt auch etwas in Heilbronn passiere.         aho