Große Demonstration für Frieden in Palästina

Heilbronn  In Heilbronn sind am Samstag etwa 2000 Menschen für Frieden und Freiheit in Palästina und weltweit auf die Straße gegangen. Die Demonstration verlief friedlich.

 

Mit einer Schweigeminute für alle Kriegsopfer begann die Demonstration am Samstagnachmittag kurz nach 16 Uhr auf dem Heilbronner Kiliansplatz. Sie stand unter dem Motto "Freiheit für Palästina - Ende aller Kampfhandlungen". Auf dem Kiliansplatz endete sie nach einem Marsch durch die Innenstadt gegen 17.45 Uhr auch wieder.

Gleich zu Beginn der Demo distanzierten sich die Veranstalter von Extremismus, Antisemitismus und Gewalt. Sie riefen zu einer friedlichen Demonstration auf.

Abheben von Israel-feindlichen Demonstrationen

"Wir haben alle Nationalitäten eingeladen, die ganze Welt braucht Frieden", sagte Arzu Bektas. Sie hatte die Demonstration gemeinsam mit Sengül Cakmakci und Arzu Torcuk organisiert. Die  drei Frauen aus dem Landkreis Heilbronn sind nach eigenen Angaben unabhängig von großen Organisationen.

In mehreren Städten hatte es in den vergangenen Tagen Proteste gegen die Angriffe Israels im Gazastreifen gegeben. Die Veranstalter in Heilbronn wollten sich davon nach eigenen Angaben abheben und für Frieden weltweit auf die Straße gehen. Das gelingt ihnen.

"Das Bombardieren muss aufhören"

Zunächst marschierten die Teilnehmer der Demo in Richtung Kaiserstraße und Allee. Sie riefen Sprechchöre wie "Wir wollen Frieden", "Wir sind Gaza" oder "Allah ist groß". Vereinzelt skandierten Teilnehmer auch "Kindermörder Israel".

Vor allem Menschen mit türkischem Migrationshintergrund liefen an der Demonstration mit. "Das Bombardieren muss endlich aufhören", sagte Erol Akkus aus Neckarsulm. Deshalb war er gemeinsam mit Cigdem und Eylem Özen aus Obersulm bei der Veranstaltung. "Gut, dass bei der Demo alles friedlich verläuft", sagte Betül Tinmaz aus Eberstadt.

Friedliche Demonstration, nur ein kleiner Zwischenfall

Das war auch das Fazit der Polizei. "Es gab keine Auseinandersetzungen. Die Kundgebung verlief weitgehend friedlich und störungsfrei", sagte Einsatzleiter Nürnberger.

Nur eine kleine Auseinandersetzung gab es am Rand der Demonstration, als mehrere Gegendemonstranten Pro-Israel-Plakate hochhielten. Den Tumult hatten Polizei und Ordnungskräfte aber schnell unter Kontrolle. Die Demo-Veranstalter und ihre Ordner waren sichtlich darum bemüht, dass alles friedlich und harmonisch abläuft.

Laut Polizeiangaben liefen etwa 1800 Menschen bei der Demo mit, laut Veranstalter waren es fast 3000 Teilnehmer. Für die Veranstaltung hatte die Polizei einzelne Straßen für den Verkehr gesperrt.

 

 

Oberbürgermeister Harry Mergel hatte im Vorfeld eine Erklärung zur Demo abgegeben. „Es wäre nicht zu akzeptieren, wenn in unserer Stadt die eine oder andere Seite des Israel/Palästina-Konfliktes herabgewürdigt oder diffamiert würde", hieß es darin. Er positionierte sich in der Erklärung klar gegen Hetzparolen oder rassistische Provokationen sowie den Aufruf zu Gewalt.

Demo in Stuttgart

Mehrere hundert Menschen hatten am Freitag in Stuttgart friedlich gegen die israelischen Angriffe im Gazastreifen protestiert. "Solidarität mit dem Widerstand gegen israelische Apartheid, Rassismus und Vertreibung", stand auf einem Transparent, "Stoppt den Mord. Stoppt den Krieg" auf einem Plakat. Die Flaggen Palästinas wurden geschwenkt.

Anti-Israel-Demo in Stuttgart
In Stuttgart verlief der Protest gegen die israelischen Angriffe friedlich. Foto: D. Maure

Gemeinsam riefen die Demonstranten Sprüche wie "Freiheit für Palästina" oder "Der Krieg soll aufhören" - immer auf Deutsch, wie ein Redner auch betonte. "Wir distanzieren uns von antisemitischen und antijüdischen Äußerungen." Der Protest richte sich gegen Israel und nicht gegen Juden in Deutschland. Die Veranstalter hatten 2500 Teilnehmer für die Demo angekündigt. So viele seien es sicher nicht, sagte ein Sprecher der Polizei. das/red/lsw

 


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