Kein Alpinzentrum auf Heilbronner Buga-Gelände

Heilbronn - Der Alpenverein (DAV) wird aller Voraussicht kein neues Alpinzentrum auf dem Heilbronner Bundesgartenschaugelände bauen. Stattdessen soll die Kletterarena im alten EnBW-Kraftwerk erweitert werden.

Von Helmut Buchholz

Heilbronn - Der Alpenverein (DAV) wird aller Voraussicht kein neues Alpinzentrum auf dem Heilbronner Bundesgartenschaugelände bauen. Stattdessen soll die Kletterarena im alten EnBW-Kraftwerk erweitert werden, um sie für die nächsten fünf Jahre wettbewerbsfähig zu halten.

Die Mitgliederversammlung der Sektion Heilbronn beschloss am Mittwochabend, 300.000 Euro in die alte Kraxlhalle an der Lichtenbergerstraße zu investieren. Der 11.000-Mitglieder-Verein legt die Buga-Alpinzentrumpläne auf Eis, „weil wir keinen Standort finden“, sagte Geschäftsführer Thomas Pfäffle.

Kein passendes Gründstück

Insgesamt acht Grundstücke wurden geprüft und wieder verworfen. Das letzte  von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Grundstück  auf dem Platz, wo zuletzt das Szene-Lokal Neckarlust stand, lehnt der DAV ab.

Die Gründe: Es liegen zu viele Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Außerdem müsste die Zufahrt mit dem Auto zu dem neuen Alpinzentrum während der Bundesgartenschau 2019 beschränkt werden – auch das ein Handicap für die neue Kletterhalle. 

Der Vorstand hatte die Kosten für ihren Neubau auf dem Neckarlust-Areal auf mindestens fünf Millionen Euro taxiert. „Ich will für den Verein keine Insolvenz anmelden“, erklärte DAV-Chef Bernd Bührer, warum diese Pläne nun in die Schublade wandern.

Schwabenhaus

 

 

Unterdessen wird der Deutsche Alpenverein (DAV) seinen halben Eigentumsanteil am Schwabenhaus in der Heilbronner Badstraße an die Mitbesitzer, die Ruderschwaben, verkaufen. Das beschloss die Mitgliederversammlung der Sektion am Mittwochabend. Der Verkaufspreis beträgt 165.000 Euro.

DAV-Vorsitzender Bernd Bührer nannte den Verkauf eine „einmalige historische Chance“. Für die Immobilie  gebe es sonst kaum Interessenten. Was aus dem alten Gebäude wird, in dem die Ruderschwaben schon seit gut 100 Jahren residieren, ist offen.

Der langjährige Pächter der Gastronomie im Haus hat im Oktober 2012 gekündigt, seither ist die Gaststätte des Vereinslokals geschlossen. Der Küchenbereich ist marode, es besteht Sanierungsbedarf. Die Ruderschwaben wollen nun als Alleineigentümer einen neuen Pächter suchen, nachdem sich die früheren Pläne für ein neues Heilbronner Wassersportzentrum am Neckar mit weiteren Wassersportvereinen zerschlagen haben.

 

 

Der Deutsche Alpenverein hat seine Geschäftstelle schon vor einiger Zeit in die Kletterarena verlegt. Für den DAV war das  Schwabenhaus somit „kein notwenidges Betriebsvermögen mehr“, wie Bührer sagte. Nachdem die Gaststätte verwaist war, fielen etliche DAV-Sektionsabende aus. Sie sollen jetzt im neuen TG-Böckingen-Vereinslokal auf der Viehweide – nahe des DAV-Kletterturms – stattfinden.