Kakerlaken tummeln sich in Heilbronner Innenstadt

Heilbronn - Sie kommt nachts oder am frühen Morgen. Und sie ist nicht alleine. Blatta orientalis, die Orientalische Küchenschabe. Passanten wollen sie in großer Zahl in der Heilbronner Innenstadt gesehen haben.

Von Jürgen Kümmerle

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Kakerlake

Heilbronn - Sie kommt nachts oder am frühen Morgen. Und sie ist nicht alleine. Blatta orientalis, die Orientalische Küchenschabe. Die feuchtwarmen Tage der vergangenen Woche haben dafür gesorgt, dass Kakerlaken aus ihren Verstecken gekrabbelt kamen. Passanten wollen sie in großer Zahl in der Heilbronner Innenstadt gesehen haben.

Entwarnung

Schon war von einer Kakerlakenplage die Rede. Doch Norbert Bock, Schädlingsbekämpfer aus Heilbronn, gibt Entwarnung. Kakerlaken leben schon seit Jahren bei uns. „Im Sommer fallen die Tiere mehr auf, da sie sich dann auch gerne im Außenbereich aufhalten.“

Dass sich die Küchenschabe in der Innenstadt verbreiten konnte, liege vor allem an der engen Bebauung. Das sei in Heilbronn nicht anders als in anderen Großstädten. Über Kabel- und Wasserleitungen, die Kanalisation oder die Rohre der Fernwärme verbreite sich das Insekt.

Ein bis zwei Mal pro Woche rückt Bock in Gebäuden in der Heilbronner Innenstadt an, bewaffnet mit einem speziellen Ködergel, das er auf Fußbodenhöhe auslegt. „Die orientalische Küchenschabe ist ein Kannibale und ein geselliges Wesen. Wenn eine Schabe das Gel aufnimmt, zieht sie sich in die Gruppe zurück und stirbt“, sagt Bock. Ihre Artgenossen sterben ebenso, nachdem sie die tote, infizierte Schabe gefressen haben. Was den Speiseplan anbelangt, sei die Orientalische Kakerlake eh nicht wählerisch. „Das sind Allesfresser.“ Doch Bock ist nur für den Privathaushalt zuständig.

Geht es um öffentliche Straßen und Plätze, ist die Stadt zuständig. Dort ist von umherwandernden Kakerlaken wenig bekannt. „In der Heilbronner Innenstadt ist ein Kakerlaken-Problem nicht feststellbar. Es gab in der letzten Zeit lediglich einen Hinweis“, sagt Christian Britzke, Pressesprecher der Stadt Heilbronn. Beobachtungstouren zweier Städtischer Mitarbeiter Mittwoch- und Donnerstagabend, hätten keine neuen Erkenntnisse erbracht.

Ein Heilbronner Gastronom, der nicht genannt werden möchte, berichtet dagegen von Tieren auf den Gehwegen, Pflanzenbeeten und in seinem Garten. Er ist ihnen mit einer Giftspritze zu Leibe gerückt.

Krankheiten 

Die Schaben sind zunächst einmal ungefährlich. Doch wie Wespen oder andere Insekten auch, können sie Krankheiten übertragen. Besonders über Ausscheidungen wie Kot oder Erbrochenem.

Woher die Kakerlaken kommen, ist nicht bekannt. „Die hat vor Jahren mal jemand eingeschleppt“, sagt Bock. Was den Speiseplan anbelangt, sei die Orientalische Kakerlake eh nicht wählerisch. „Das sind Allesfresser.“

Im Bad

Ein Heilbronner, der in der Innenstadt in einer Wohnung im ersten Stock lebt, berichtet von mehreren Tieren in seiner Küche und im Bad. Auf der Facebook-Seite der Heilbronner Stimme schreibt eine Userin: „Die gibt es schon Jahrzehnte in Heilbronn. Nur spricht kein Mensch darüber.“

 


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