Jubiläumsumzug mit einigen Überraschungen

Heilbronn  Gut 700 Teilnehmer ziehen heute ab 14 Uhr in Biberach zur 1250-Jahr-Feier durch die Straßen. Für den Verkehr werden Umleitungen ausgeschildert.

Von unserem Redakteur Carsten Friese

Die Bastler der Chorgruppe Aufwind mit ihrer Weltkugel. Beim Umzug wird das gute Stück heute zu bewundern sein. Foto: Friese

Ein historischer Lindwurm wird sich am heutigen Sonntag durch Biberach schlängeln, wenn ab 14 Uhr der Jubiläumsumzug zur 1250-Jahr-Feier durch den Stadtteil zieht.

„Es sind 34 Gruppen mit rund 700 Menschen unterwegs, blickt Organisator Herbert Kilper auf das Spektakel voraus – Biberacher Vereine, aber auch auswärtige Teilnehmer. Eine Zugzeit von etwa einer Stunde und 20 Minuten können Besucher am Wegesrand erwarten. „Es wird interessant“, verspricht der langjährige frühere Feuerwehrchef.

Mit einem besonderen Projekt hat sich die Chorgruppe Aufwind auf den Festzumzug vorbereitet. Eine überdimensionale Weltkugel haben sie in stundenlanger Arbeit angefertigt und mit dem Titel „Die Welt grüßt Biberach“ überschrieben. 2,13 Meter groß ist das gute Stück, gut 30 Kilo schwer, das unter Federführung von Schreiner Erwin Leimbeck mit Materialien der Firma Comtür entstand. Aus Kartonagen wurden die Grundsegmente gefertigt, mit Gipsgewebe, Zeitungspapier und Raufaser wurde alles ummantelt; mit Farbe kamen Kontinente und Meere auf die Kugelfläche.

Blickfang

Per Excel-Tabellen hat Ingenieur Richard Harst 280 Punkte von einem Globus auf die Maße der Weltkugel umgerechnet, damit die Dimensionen stimmen. Ein Fähnchen zeigt, wo Biberach in der Welt liegt. Gut 200 gemeinsame Arbeitsstunden stecken in dem Projekt. „Es hat Spaß gemacht und ist jetzt ein Blickfang“, freut sich Vorsitzender Gerd Bohnenberger. Beim Aufwind-Konzert im Frühjahr soll die Kugel ebenfalls als Deko passend zur musikalischen Weltreise dienen.

Tief in die Historie taucht der Interessenkreis Heimatgeschichte beim Umzug ein. Mit Leiterwagen und historischen Kostümen wird ein Ereignis dargestellt, das revolutionäre Züge trug. Weil der Pfarrer im Jahr 1665 gegen den neuen Brauch wetterte, dass Biberacher Frauen mit der aus dem Elsass stammenden Ortsherrin Maria von Klug Fastnacht feierten, kam es zum Zerwürfnis. Am Ende wurde der Pfarrer aus dem Dorf vertrieben, Biberach konnte weiter feiern.

Historische Traktoren, einige Umzugswagen, Landfrauen, die Gästen etwas kredenzen kündigt Herbert Kilpert an. Die Wegstrecke des Umzugs: Aufstellung ist in der Felix-Wankel-Straße, dann geht es über die Unterland- und Finkenbergstraße in die Panoramastraße. Abschluss des Umzugs ist dann beim Stegstreckerfest der Feuerwehr im Täler- und Auenpark.

Straßen gesperrt

Wichtig für Autofahrer: Ab etwa 14 Uhr bis 16 Uhr werden in Biberach die betreffenden Straßen für den Umzug gesperrt. Die Stadt schildert Umleitungen aus. Auch Busse werden während des Umzug Haltestellen nicht ansteuern können. Am Röhrenbrunnen im Ortskern könnte der Höhepunkt des Umzugstreibens entstehen. Dort wird eine Zuschauertribüne aufgebaut. Und Herbert Kilper wird hier als Moderator die Umzugsgruppen vorstellen.