In Stein gehauener Glaube

Heilbronn  Heilbronn - Bildstock bei der Annalinde in Kirchhausen wurde in altem Stil erneuert

Von unserem Redakteur Manfred Stockburger

In Stein gehauener Glaube

Pater Antony spricht vor dem neuen Bildstock an der Annalinde in Kirchhausen ein Gebet. Rudolf Senghaas (2. v.l.) beobachtet ihn dabei.

Fotos: Manfred Stockburger

 

Jetzt gibt es noch einen Grund mehr, zur St.-Anna-Linde zu pilgern: In alter Tradition hat Steinmetz Reiner Keller aus Zaberfeld-Ochsenburg aus einem Stück Wartberg-Sandstein den alten Bildstock neu gehauen. Zu marode war das historische Stück gewesen, das ursprünglich nur restauriert werden sollte.

Am Freitagabend, am Namenstag der Heiligen Anna, hat Pater Antony den "Freudenstein", wie Keller sein Werk nannte, geweiht. Die Albhorngruppe Rotbachtal, die zwischen dem Naturdenkmal Annalinde, der Kapelle und dem jetzt erneuerten Bildstock regelmäßig probt, trug ihr eigens komponiertes St. Anna-Lied vor.

In Stein gehauener Glaube

Steinmetz Reiner Keller aus Zaberfeld-Ochsenburg erklärt sein Werk.

 
"Das ist ein weiterer Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn", sagte Keller, der den aus ihrem Ort zur Annalinde gekommen Kirchhausenern erzählte, wie er die Kopie aus dem Stein gehauen hat. Und was er dabei dachte. "Das ist etwas ganz Besonderes. Dabei möchte man nicht gestört werden."

Dass Karl Schäuble erzählte, wie es dazu kam, dass der Bildstock erneuert wurde, ist kein Zufall. Er ist schließlich Vorsitzender der Heilbronner Bürgerstiftung, die einen großen Teil der knapp 10 000 Euro finanziert hat, die das neue Schmuckstück kostete. Einige Kirchhausener Bürger und die Stiftung Wegzeichen der Diözese haben sich ebenfalls beteiligt.

Ohne das Engagement von Rudolf Senghaas, so Schäuble, und des ehrenamtlichen Denkmalpflegers Joachim Hetzel hätte der neue Bildstock jetzt nicht eingeweiht werden können. Exakt vor einem Jahr, bei der Einweihung der neuen Kapelle an der Linde, war Bürgerstiftungs-Mitvorstand Senghaas der schlechte Zustand des Bildstocks aufgefallen, und die beiden nahmen ich der Sache an.