Heilbronner Käthchenhof soll Markthalle werden

Heilbronn - Der Käthchenhof in der Innenstadt soll sich in eine Markthalle verwandeln und den Wochenmarkt auf dem benachbarten Marktplatz ergänzen. Das kündigte Christian Holz von der Eigentümergesellschaft GWG am Sonntag beim Jubiläumsfest zum 25. Geburtstag der Einkaufsmeile an.

Von Helmut Buchholz

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Heilbronn - Bisher hielt sich der Eigentümer des Heilbronner Käthchenhofs immer bedeckt, wie die Einkaufspassage sich wieder an die dynamische Entwicklung des Einzehandels in der Innenstadt anhängen will. Beim Jazz-Brunch am Sonntagmorgen zum 25. Geburtstag des lichtdurchfluteten Gebäudekomplexes wurde Christian Holz deutlicher. Das Vorstandsmitglied der in Stuttgart ansässigen Eignergesellschaft GWG sprach von der „Idee, den Käthchenhof in eine Markthalle zu verwandeln“. Und zwar als ideale Ergänzung zum Wochenmarkt auf dem Marktplatz vor der Passage.

Mit der Ansiedlung des größten Bio-Marktes habe die GWG schon Akzente gesetzt. „Wir wollen weg vom immer bunter, lauter, billiger.“ Holz sprach die Defizite des Käthchenhofes offen an, der vor 25 Jahren einen „exklusiven Kundenkreis“ ansprechen wollte. Doch mit der Zeit sei das Angebot immer beliebiger geworden. In Konkurrenz zu Stadtgalerie und Klosterhof „hatte es der Käthchenhof mit seinen kleinen Einkaufsflächen schwerer“. Nun solle sich der Hof aber neu ausrichten und vitalisieren, seine Einzigartigkeit zurückerlangen. Holz: „Die Unterscheidung zum Markt ist aber nur in der Nische zu finden.“ Er versprach, dass sich der Käthchenhof bis zum nächsten Weindorf „neu präsentiert“.

Kleine Tiefgarage

Ein Kollege von Holz in der GWG-Chefetage, Thomas Scheib, wies aber bei kleinen Bio-Häppchen eines Stuttgarter Caterers an den Stehtischen darauf hin, „dass es nicht nur Bio im Käthchenhof geben, sondern das Angebot sich mit den anderen Mietern in der Passage ergänzen soll“. Ein Problem für das neue Konzept sei jedoch die „zu kleine Tiefgarage. Die ist manchmal ausgebucht.“

Die Heilbronner Stadtverwaltung unterstützt „die weitere Ausgestaltung des Käthchenhofs“, wie Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach in seinem Grußwort sagte. „Das ist wichtig und gut so.“ Die Passage sei 1986 ein städtebaulicher Meilenstein in Heilbronn gewesen und habe großstädtisches Flair nach Heilbronn gebracht.

Für einen der neuen Mieter im Käthchenhof ist das Markthallenkonzept schlüssig: „Ich würde überall Stände hinstellen, auch vor den Geschäften in den Gängen“, sagte Janette Dana, die seit einigen Monaten im Hof eine Kunstgalerie führt. Sie spricht von Aufbruchstimmung in der Passage, die zuletzt noch von atmosphärischen Spannungen wegen den GWG-Plänen geprägt war. „Man muss sich rühren“, betonte eine Käthchenhof-Mieterin der ersten Stunde: Friedel Hinz (70) hatte ihre Parfümerie „im letzten Eck“ des Hofes, bevor sie sie vor fünf Jahren altersbedingt abgab. Auch Glanzzeiten des Käthchenhofes seien „immer schon hart gewesen“.

Hintergrund: Münch-Auszugspläne

Konditormeister Gerhard Münch hat angekündigt, sein Café im Käthchenhof Ende 2012 zu schließen. Allerdings hegt Heide-Rose Tittes die Hoffnung, dass Münch sich umstimmen lässt, es noch bis 2014 fortzuführen. Tittes, die den Käthchenhof für die in Stuttgart ansässige Eigentümergesellschaft GWG verwaltet, haben schon Anfragen für die Münch-Nachfolge erreicht. Sie sagt aber, „dass wir diese Anfragen aktuell nicht verfolgen wollen, bevor nicht Klarheit über eine mögliche Fortführung herrscht“. mut


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