Heilbronner Jugend hofft auf neue Event-Halle

Heilbronn  Ein Unternehmer würde seine Immobilien an der Heilbronner Hafenstraße 11 zur Verfügung stellen. Auch ein Projektentwickler steht schon bereit: Der Traum der Heilbronner Jugend für eine eigene Event-Halle bekommt neue Nahrung.

Von Kilian Krauth

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In dieser Halle in der Hafenstraße planen die Projektentwickler eine Location für junge Leute. Animation: Architekt Udo Richter

 

Die Heilbronner Stadtverwaltung will den Ball flach halten, wohl um keine vorschnellen Hoffnungen zu schüren. Dem Jugendgemeinderat (JGR) hat die Verwaltung sogar ein Schweigegebot auferlegt – an das sich die jungen Leute brav halten. Doch ehemalige JGR-Vorsitzende lassen sich keinen Maulkorb verpassen. 

Bei der Sache, von der öffentlich eigentlich nicht gesprochen werden darf, handelt es sich um nichts weniger als um einen 20 Jahren alten Traum der Heilbronner Jugend. Nun könnte er an der Hafenstraße 11 tatsächlich wahr werden: eine alternative Veranstaltungshalle, die multifunktional und flexibel bespielt wird. Die Halle sollte vor allem günstiger zu mieten sein als gutbürgerliche Veranstaltungsstätten wie Harmonie oder Bürgerhaus: für Abi-Feiern, sonstige private oder kommerzielle Parties, Konzerte und andere Events.

Zwei mögliche Standorte 

Bereits zwei Mal schien der JGR geeignete Standorte gefunden zu haben: in einem ehemaligen Postlager namens DP 12 unweit des Hauptbahnhofs und in der sogenannten ABX-Halle im Buga-Areal. Beide Adressen werden inzwischen aber anders genutzt: die erste von einer Privatfirma, die andere für die Bundesgartenschau: Wie es dort nach 2019 weitergeht, ist offen.

 

 

 

Nun tut sich ein anderer Standort auf: Der Logistik-Unternehmer Franz Alt ist bereit, einen Teil seiner 7000 Quadratmeter großen als Lager und Büros genutzte Hallen an der Hafenstraße 11 zur Verfügung zu stellen – und einem Projektentwickler sogar in finanzieller Hinsicht entgegen zu kommen. In direkter Nachbarschaft zum Neckarkanal sei dies „ein schöner Beitrag zum Thema Stadt am Fluss“, der den etwas heruntergekommenen Bereich aufwerten würde, meint Alt.

Projektentwickler bereits gefunden

Ein Projektentwickler ist tatsächlich schon gefunden: die Gastrotreuhand GmbH Heilbronn, die mit ihrem Geschäftsführer Thomas Aurich und Gesellschaftern wie Anwalt Roland Pfefferle einige Leuchtmarken in der Stadt gesetzt hat: vom Hagenbucher-Biergarten übers Lichterfest, von der Caipirinha-Bar bis zum Lokal Mangold im Marrahaus. Auch fürs Strandlokal Hip Island war man einst Ideengeber.

 

So in etwa könnte es in der umgebauten Halle aussehen. Animation: Architekt Udo Richter

 

Dem Rathaus liegt inzwischen eine Bauvoranfrage vor. Die Pläne von Architekt Udo Richter sehen vor, einen rund 1000 Quadratmeter großen Bereich der ehemals als Wäscherei und Färberei und zuletzt als Lager genutzten Alt-Hallen für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Kostenpunkt: 1,6 Millionen Euro. Wobei der Werkstatt-Charme erhalten bleiben soll. Das meiste Geld müsste in den Brandschutz fließen.

Begeisterung für das Projekt 

Der JGR ist davon – auch wenn er das laut Rathaus nicht sagen sollte – hellauf begeistert. Der ehemalige Vorsitzende Patrick Kuhn nennt den Standort „geradezu ideal“: wegen der direkten Nachbarschaft zum Freiluftlokal Hip Island, zum Szene-Lokal Bukowski, zum Buga-Areal und nicht zuletzt zum Hauptbahnhof und der Theresienwiese, die als Parkplatz genutzt werden könnte.

Inzwischen hat Kuhn zusammen mit anderen Mitstreitern einen Brief an Oberbürgermeister Harry Mergel und Wirtschaftsdezernent Martin Diepgen geschrieben, in dem sie für das Projekt werben: nicht weil sie dafür Geld wollten. Die Verwaltung müsste nur die planrechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. So wie sie dies zuletzt auch fürs Hip Island gemacht hatte.

 

Derzeit stehen die Hallen teilweise leer. Zum Teil werden sie aber auch als Lager und Büro genutzt. Foto: Dennis Mugler

 

OB Mergel: Hafenaffine Nutzung geplant

Doch Mergel und Diepgen beantworten den Brief der jungen Leute ziemlich einsilbig. „Leider entspricht die vorgeschlagene Nutzung nicht unserer Konzeption zur langfristigen Entwicklung“ des Hafens, die – von wenigen Ausnahmen abgesehen – vorsehe, „verfügbar werdende Grundstücke wieder einer hafenaffinen Nutzung zuzuführen“.

Inzwischen bekommt das Projekt aber Rückendeckung von streitbaren Stadträten wie Heiner Dörner (FWV). Er begrüßt ein solches Projekt ausdrücklich. Die Stadt müsste schließlich kein Geld in die Hand nehmen und nur die planrechtlichen Grundlagen schaffen.