Heilbronn leuchtet

Heilbronn  Heute gehen in Heilbronn die Lichter an, und der Weihnachtsmarkt öffnet. Wie sich die Stadt in den vergangenen fünfzig Jahren auf Advent und Weihnachten einstimmte, zeigt unsere Abteilung Archiv & Dokumentation in einer historischen Bilderstrecke.

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Ein riesiger Tannenbaum steht 1946 auf der Treppe vor der Rathausruine. EinJahr nach Kriegsende hat vermutlich noch niemand daran gedacht, damit im zerstörten Heilbronn das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln. In den Wirtschaftswunderjahren wurde dann lichttechnisch kräftig aufgerüstet, um der Kundschaft im Advent eine stimmungsvolle Innenstadt zu bieten. Anfangs waren es Bänder mit einfachen Glühlampen über den damals noch befahrenen Einkaufsstraßen in der Heilbronner Innenstadt. In den 70er Jahren gab es kunstvoll geschwungene Lichterketten und Leuchtobjekte. Auch die Läden putzten sich heraus, tauchten ihre Fassaden in Licht oder platzierten leuchtende Tannen aufs Dach.

Ausgaben In den 80er Jahren wurden in Heilbronn für Aufbau, Abbau, Strom, Nachkauf, rund 100 000 Mark ausgegeben. Heute liegt der Betrag, finanziert aus dem Topf der Heilbronn Marketing, bei rund 100 000 Euro. Längst hat man auf stromsparende LED-Lichter umgestellt. Vom Einzelhandel hatte es immer wieder Wünsche nach mehr Geld für die Beleuchtung gegeben, um auch die Seitenstraßen mit einbeziehen zu können. 2003 etwa war der Etat auf 50.000 Euro gedeckelt. Die dafür angeschafften Leuchtbögen setzten sich aber nicht durch.

Bei der Allee hat sich der Wunsch nach mehr Schmuck im Vorjahr endlich erfüllt. Für knapp 100.000 Euro hat die Stadt 2015 erstmals ein von einer Jury ausgewähltes Konzept realisiert, als Dankeschön an die Händler wegen der Baustellenjahre: ein 380 Meter langes und acht Meter breites Band mit 26.000 LED-Lichtpunkten und drei großen Sternen mit einem Durchmesser von drei Metern. Vergleichbar beleuchtete Hauptverkehrsadern soll es sonst nirgendwo geben. Am heutigen Donnerstagabend wird mit der Weihnachtsmarkteröffnung die gesamte Beleuchtung angeknipst, unter anderem insgesamt 15 Kilometer lange, klassische Lichterketten für die Bäume in der Kaiserstraße. Erstmals haben Gastronomen und Händler an der Neckarmeile in eigene Beleuchtung investiert.

Auch das hat sich verändert: Viele Jahre gingen am 4. Dezember am Abend die Lichter aus, in Erinnerung an die Bombennacht 1944. Heute lässt man sie an. Dafür schließt der Weihnachtsmarkt schon um 19 Uhr. kis