Grünes Licht für Neckarbogen

Heilbronn  Wie wird der neue Stadtteil Neckarbogen bebaut? Der Gemeinderat entschied am Mittwoch über die Vergabe der Grundstücke des ersten Bauabschnitts.

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Der Heilbronner Gemeinderat hat am Mittwoch der Pilotbebauung für den Stadtteil Neckarbogen zugestimmt - bei nur drei Enthaltungen. Fast alle Redner nannten den engen Zeitplan „eine große Herausforderung“. 22 Grundstücke sollen bebaut werden mit 22 Gebäuden von insgesamt 15 Investoren. Es werden 30 Prozent Eigentumswohnungen entstehen und 38 Prozent Mietwohnungen.

 

 

"So ein Format hatte noch keine Bundesgartenschau", sagte Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas zu Beginn der Sitzung. Erstmals also wird die Buga 2019 Heilbronn neben der Gartenausstellung eine Stadt- und Architekturausstellung umfassen. Das wird dadurch möglich, dass auf dem Gartenschaugelände die Modellbebauung des künftigen Stadtteils Neckarbogen schon zur Buga stehen wird.

"Wir legen einen guten Start hin", meinte CDU-Fraktionschef Alexander Throm, dem vor allem die "gute Mischung" gefiel, die bei der Modellbebauung möglich wird. Mischung, was die Bauherren betrifft, Mischung, was die Nutzung betrifft, Mischung, was die Architektur und die Baumaterialien betrifft. Für Throm ist wichtig, dass man bei der Bebauung des Neckarbogens auch in Zukunft Augenmerk auf die Qualität legt. Dazu trägt seiner Meinung nach bei, dass "wir nach 2019 keinen Zeitdruck haben, den Stadtteil möglichst schnell weiter zu bebauen."

Dass Vielfalt und trotzdem ein stimmiges Bauquartier entstehe, hob für die SPD Fraktionschefin Sibylle Mösse-Hagen hervor. Sie betonte, dass der "Wunsch nach verlässlichen Investoren" über der Auswahl gestanden habe. Denn manche Phantasien seien nicht mehr als Fantastereien gewesen. Nun aber sei es möglich, neben individuellem auch inklusives Wohnen zu ermöglichen, familiengerechte Wohnungen ebenso wie altersgerechtes Wohnen. 

Eine "sehr spannende Architektur, gepaart mit zukunftsweisenden Energiekonzepten", so bewertete für die Grünen Alexander Habermeier die Gestaltungsvorschläge für den Neckarbogen. Er hob besonders den Aspekt der "bespielbaren Stadt" hervor. Dachgärten, Parks, Gemeinschaftsgärten - "da möchte man noch einmal gerne Kind sein". Der Traum eines besonderen Mobilitätskonzeptes in diesem Stadtteil aber sei längst schon geplatzt.

"Für Euphorie ist noch kein Platz", meinte für die Freien Wähler Heiner Dörner. Die Feinplanungen und Umsetzung der Pläne in die Realität sei eine "Herausforderung wie es sie in Heilbronn noch nie gab", denn bis Juli 2018 müssen alle 22 Bauten fertig sein. Dazu müssten sich viele Individualisten innerhalb jedes Baufeldes "zusammenraufen". Von der "Vielzahl der hochkarätigen Bewerbungen" war Nico Weinmann (FDP) begeistert. 

"Massiv zugeklatscht" anstatt "luftig bebaut" - das war die Kritik von Pro-Heilbronn-Stadtrat Alfred Dagenbach. "Die Bewohner werden nicht viel von der Umgebung haben, sondern auf gegenüberliegende Fassaden starren." Der Neckarbogen werde "ausgemostet". Für Linke und Bunte war die Hauptfrage, wie viel geförderter sozialer Wohnungsbau im Neckarbogen entsteht. 

Baugruppen

Vier Baugruppen kommen zum Zug, sowie ein Zusammenschluss der Kirchen, die ein Gebäude errichten wollen, für das sie einen "Wettbewerb im Wettbewerb" organisierten und drei Architekten gegeneinander ins Rennen schickten. Die Bewertungskommission wählte einen Architekten aus. 

Insgesamt waren 91 Arbeiten eingereicht worden, 85 gingen aus dem Vorbewertungsverfahren hervor. In einer zweitägigen Sitzung wählte daraus die Kommission aus Stadträten, Bau- und Oberbürgrmeister sowie aus Architekturfachleuten die 22 besten Arbeiten aus. 

Die Gebäude des ersten Bauabschnittes müssen bis Frühjahr 2016 begonnen werden und müssen vor dem 17. April 2019, dem Start der Bundesgartenschau, bezogen sein. Die Modellbebauung ist Teil der sogenannten Stadtausstellung, die ihrerseits Teil der Heilbronner Gartenschau ist. iba/kra

Ausstellung

Nach der Entscheidung des Gemeinderats zeigt die BUGA GmbH die eingereichten Arbeiten in einer Ausstellung. Alle 85 Entwürfe sind von Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 2. August, zu sehen im WTZ-Turm, Im Zukunftspark 10, 9. Stock. Von dort oben hat man auch einen einzigartigen Ausblick auf das BUGA-Gelände.

Öffnungszeiten: Freitag, 31. Juli, 15 bis 19 Uhr; Samstag, 1. August, 10 bis 17 Uhr; Sonntag, 2. August, 10 bis 17 Uhr. Per Bus ist der WTZ-Turm über die Haltestelle Wohlgelegen mit der Linie 12 (am Freitag auch mit den Linien 41 und 42) zu erreichen.

 

Grundstückseinteilung Neckarbogen
 

 

Die Jury schlägt folgende Investoren für die Modellbebauung von drei Blöcken im neuen Stadtteil Neckarbogen vor.

1. Block H:
a) Für das Grundstück H1 die Baugemeinschaft Baugruppe Plus Energie Generationenhaus.
b) Für das Grundstück H2 die Planquadrat Projekt GmbH.
c) Für das Grundstück H3 die Investorengemeinschaft Grüne Ecke.
d) Für das Grundstück H4 die Weisenburger Projekt GmbH.
e) Für das Grundstück H5 die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH.
f) Für das Grundstück H6 die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH.

2. Block I:
a) Für das Grundstück I1 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
b) Für das Grundstück I2 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
c) Für das Grundstück I3 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
d) Für das Grundstück I4 die Baugemeinschaft Apollo 19.
e) Für das Grundstück I5 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.
f) Für das Grundstück I6 die Siedlungswerk GmbH.
g) Für das Grundstück I7 die Kruck & Partner GmbH & Co. KG.

3. Block J:
a) Für das Grundstück J1 die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH. Sollte diese Arbeit nicht zur Realisierung kommen, erfolgt die Bebauung erst nach der Bundesgartenschau 2019.
b) Für das Grundstück J2 die Dr. Bolz Immobilien GmbH & Co. KG.
c) Die Entscheidung über die Anhandgabe des Grundstücks J3 wird zurückgestellt.
d) Für das Grundstück J4 die Paulus Wohnungsbau GmbH.
e) Für das Grundstück J5 der Entwurf des Architekturbüros Müller des ökumenischen Projekts.
f) Für das Grundstück J6 die Mörk Projektträger und Immobilien GmbH.
g) Für das Grundstück J7 die Baugemeinschaft Vario Baugruppe.
h) Für das Grundstück J8 die Strenger Bauen und Wohnen GmbH.
i) Keine Bebauung des Grundstücks J9.