Entwarnung beim Ausbau der Neckarschleusen

Region Heilbronn - "Der Ausbau der Neckarschleusen von Mannheim bis Stuttgart ist nicht gefährdet." Dies sagte OB Helmut Himmelsbach am Freitag bei der Sitzung des Regionalverbands Heilbronn-Franken. Er stützt sich dabei auf Aussagen des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium.

Von Joachim Friedl

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Region Heilbronn - „Der Ausbau der 27 Neckarschleusen von Mannheim bis Stuttgart ist nicht gefährdet.“ Dies sagte Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach am Freitag in Heilbronn bei der Sitzung des Regionalverbands Heilbronn-Franken. Er stützt sich dabei auf Aussagen des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer, und von Ministerialdirektor Bernhard Bauer vom Landesverkehrsministerium.

Augenmerk

Nach Ansicht von Himmelsbach muss der Neckar in seiner Gesamtheit beurteilt werden: „Eine Differenzierung nach Abschnitten ist nicht logisch“, sagte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Neckar der Europäischen Metropolregion Stuttgart. Ein Abkoppeln des Abschnitts Stuttgart - Plochingen macht für Himmelsbach deshalb keinen Sinn: „Die Schleusen sind in einem so miserablen Zustand, dass sie erneuert werden müssen. Alles andere wäre widersinnig.“

Trotz „dieser schönen Worte“ mahnte der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic, hellhörig zu bleiben und bei jedem Satz wachsam zu sein. Jede Verkürzung der Ausbaustrecke bringe negative Auswirkungen für die Region, sagte der Regionalrat.

Harsche Kritik

Die Plattform Regionalverband nutzte Himmelsbach aber auch zu harscher Kritik an Winfried  Hermann. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag und verkehrspolitische Sprecher der Grünen hatte erklärt, die Binnenschifffahrt solle nicht ausgebaut werden, denn der Schleusenausbau komme zu teuer.

„Mich ärgern diese ständigen Querschüsse der Grünen. So eine Forderung von einer Partei, die sich Ökologie auf die Fahnen geschrieben hat, ist grotesk“, sagte Himmelsbach, der auch Vorsitzender des Regionalverbands Heilbronn-Franken ist.

„Ihre Kritik ist Wahlkampfgetöse“, konterte Regionalrat und Heilbronner Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker. Die Grünen in der Region stünden hinter dem Schleusenausbau. „Was soll dieser Ton und die Aufgeregtheit?“, erwiderte Himmelsbach mit scharfem Ton: „Ich bin parteiungebunden und habe nur Fakten genannt.“

Rückendeckung erhielt Himmelsbach von Thomas Strobl, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU-Verbandsfraktion: „Hermann ist beim Thema Wasserstraße falsch gepolt. Seine Aussagen schaden dem ganzen Land.“ Kritik an Hermann übten in Pressemitteilungen auch die CDU-Landtagskandidaten Alexander Throm und Bernhard Lasotta.




Hintergrund: Zielvorgabe

Hinter dem Millionenprojekt steckt die Absicht, die Schleusen von derzeit 110 Meter auf 140 Meter zu verlängern, damit die Motorschiffe der neuen Generation mit einer Länge von 135 Metern den Neckar befahren können. 27 Schleusen gibt es von Mannheim bis Plochingen. red


 


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