Ein Vierteljahrhundert private Hörfunkgeschichte

Heilbronn  Heilbronn - Mit 300 geladenen Gästen feiert Radio Ton am Sonntagabend im Komödienhaus seinen 25. Geburtstag. Zuerst werden Hörerawards verliehen, später spielt der Graf von Unheilig ein Pianokonzert.

Von unserem Redakteur Marcel Auermann

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Heilbronn - Passend zum knallroten Senderlogo rollt Radio Ton gestern Abend den roten Teppich im Heilbronner Komödienhaus aus. Darauf zeigt sich die Prominenz der Region und des Landes. Innenminister Reinhold Gall (SPD) aus Obersulm fehlt bei der Geburtstagsparty nicht. Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl aus Heilbronn lässt es sich genauso wenig entgehen, wenn der Hörfunkkanal seiner Heimatstadt den 25. zelebriert, wie der Bürgermeister der Unterlandmetropole, Helmut Himmelsbach.

Der Verleger der Heilbronner Stimme und Gesellschafter von Radio Ton, Tilmann Distelbarth, stößt auf das Jubiläum an wie auch der Chefredakteur dieser Zeitung, Uwe Ralf Heer. Weil allerdings ein Radioprogramm ohne Publikum nichts wäre und es schließlich ja nur für das gemacht wird, mischen sich auch 50 Hörer unter die Festgäste.

Lob für das duale System

Wenn Radio Ton im Programm den „besten Musikmix aus vier Jahrzehnten“ spielt, so vereint der Sender auf dem roten Teppich einen guten Mix von Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien – weil Hörfunk in alle Bereiche des Lebens hineinreicht. „Privates Radio ist Kulturgut“, meint Christine Rupp in ihrer Rede, ohne zu vergessen, dass man sich ausschließlich durch Werbung finanziere. Nur das mache es möglich, sagt die Geschäftsführerin von Radio Ton, ein Gegengewicht zum gebührenfinanzierten Rundfunk zu bilden.

 

 

Der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK), Thomas Langheinrich, zeigt sich im Gespräch am Rande der Party als ein glühender Verfechter des dualen Systems. Seiner Meinung nach machen die Privatsender im Land ihre Arbeit sogar so gut, dass er die öffentlich-rechtlichen Kanäle davor warnt, „die besseren Privatradios sein zu wollen“.

Pianokonzert zum Abschluss des Abends

„Meinen Mitarbeitern und mir ist es wichtig, dass wir uns mit den Regionen unseres Sendegebiets und deren Menschen identifizieren“, erklärt Christine Rupp. In anderen Worten: Genauso wie bei einer Zeitung ist es beim Radio unabdingbar, dass man vor Ort verankert ist, die Regionalität lebt, zu jeder Zeit Ansprechpartner ist und dies Leser und Hörer spüren.

Dazu gehört, Stars ins Unterland zu holen. Also Programm zum Anfassen zu produzieren. Zum Abschluss der Geburtstagsgala gibt - nach der Verleihung der Hörerawards - der Graf von Unheilig am späten Abend ein intimes Pianokonzert für die rund 300 geladenen Gäste. Denn auch er bildet einen Teil des Musikmix’ aus vier Jahrzehnten und von einem Vierteljahrhundert privater Radiogeschichte.

 

 


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