Der Klimawandel ist die nächste Herausforderung

Worte beim Neujahrsempfang des Technischen Hilfswerks

Von Manfred Stockburger

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Heilbronner THW-Helfer im Übungseinsatz: Im Sommer waren sie dabei, als in Breisach eine Pontonbrücke über den Rhein gelegt wurde.

Foto: THW

Heilbronn Vor Jahresfrist beherrschte der Schnee die Schlagzeilen, und zum Jahresempfang des Heilbronner Ortsverbandes des Technischern Hilfswerks herrschte alles andere als T-Shirt Wetter. Trotz der im Vergleich sehr gemäßigten Temperaturen erschienen die Vertreter der Unterländer Hilfsorganisationen gestern selbstverständlich in ihren Uniformen zum traditionellen Neujahrsempfang.

Nachdenklich machen die Wetterkapriolen Andreas Haberer, den Heilbronner Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerks, allemal. „Als Mensch, aber auch als Katastrophenhelfer bewegen mich dabei viele Gedanken“, sagte er in seiner Ansprache. „Welchen Klimaveränderungen müssen wir uns stellen? Sind wir entsprechend ausgerüstet? Haben wir genügend Helfer?“

Haberer sieht „nicht kalkulierbare Aufgaben“ auf das THW zukommen und denkt dabei an New Orleans und das Elbehochwasser. „Wir sind erst am Anfang der Überlegungen, was das für uns bedeutet.“ Schon jetzt ist er überzeugt: „Nur eines hilft dabei: Die Zusammenarbeit über geistige und territoriale Grenzen hinweg“, ist der Ortsverantwortliche überzeugt.

Gute Zusammenarbeit Als Katastrophenschutzdezernent erinnerte der Heilbronner Bürgermeister Harry Mergel an drei Einsätze des Heilbronner THW - darunter an die Stabsrahmenübung, die durchaus auch mit möglichen Folgen des Klimawandels zu tun hatte: Hochwasser in Heilbronn. Die Zusammenarbeit der Rettungskräfte in Heilbronn stehe auf einem belastbaren und vorbildlichen Fundament“, lobte er.

Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic war es der erste Besuch beim THW-Empfang - aber nicht der erste Kontakt mit der Organisation: „Bei meinen friedenspolitischen Aktivitäten in Ex-Jugoslawien habe ich erlebt, dass auf das THW immer Verlass ist.“ Thomas Strobl (CDU) erinnerte an die Rolle der Sicherheitskräfte bei der Fußball-WM: „Dass dieses Großereignis so reibungslos über die Bühne gegangen ist, das verdanken wir den Leuten, die bei diesem Empfang sind.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall, selbst Feuerwehrmann, rät den Verantwortlichen zur Wachsamkeit gegenüber der Politik, auch wenn das THW zurzeit nicht in Frage steht.

Wunschlos glücklich ist THW-Landesbeauftragter Dirk Göbel dennoch nicht. „Wir haben die Fußball-WM zwar auch ohne Digitalfunk überstanden...“, legte er den Finger in eine der Wunden: Das Digitalnetz für die Rettungskräfte hätte zum Großereignis längst fertig sein sollen, ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Weitere Informationen:

www.thw-heilbronn.de