Der Käthchenhof wartet

Heilbronn - Eine Ära geht zu Ende: Die Käthchenhof-Eigentümergesellschaft GWG plant eine andere, zukunftsträchtigere Ausrichtung des Käthchenhofs. Kommende Woche soll es neue Informationen geben.

Von unserer Redakteurin Franziska Feinäugle

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Die Parfümerie Arcadia am Marktplatz gibt auf. Für die frei werdende Fläche "haben wir Interessenten im Hinterkopf", sagt GWG-Prokurist Christian Reißing. Foto: Mugler

Heilbronn - Dass im Heilbronner Käthchenhof zurzeit eine Ära zu Ende geht, bezweifelt niemand. Was für eine neue Ära danach anbrechen wird, darauf sind die Mieter der Einkaufspassage genauso gespannt wie die Kunden. Kommende Woche könnte es Antworten auf viele offene Fragen geben: Die Käthchenhof-Eigentümergesellschaft GWG hat ihre Einzelhandelsmieter für den 21. November eingeladen. Um eine "Zwischeninformation" zu geben, wie Centermanagerin Heide-Rose Tittes sagt.

Der Käthchenhof wartet. Er wartet auf nichts Geringeres als auf seine Zukunft. Um die Neuausrichtung der 26 Jahre alten Einkaufspassage in die Wege zu leiten, hat die GWG wie berichtet das Starnberger Institut für Gewerbezentren beauftragt, ein zukunftsträchtiges Konzept zu erarbeiten. Im Herbst, so hatte es Ende August geheißen, solle das Konzept vorgestellt werden.

"Wir sind aktuell noch im Vertragsabschluss, kurz vor der Unterzeichnung", sagt Christian Reißing von der GWG-Geschäftsführung auf Stimme-Anfrage. "Das Thema ist durchverhandelt, alle sind glücklich." Wer der neue große Mieter ist, darüber hält sich die GWG noch bedeckt, bis alles unter Dach und Fach ist. Klar ist: Der Mieter, die Branche "geben die Richtung vor, in die es gehen wird", so Reißing.

Markthalle

Immer wieder war in der Vergangenheit von einer Markthalle als Zukunftskonzept die Rede gewesen, auch wegen des großen Biosupermarkts Biomammut, der seit Sommer 2011 Ankermieter ist. Ob die Markthalle nach wie vor Thema ist oder bereits vom Tisch, ist derzeit unklar. Von Seiten der Stadtverwaltung heißt es, man sei "seit einiger Zeit mit dem Käthchenhof in Gesprächen, auch über eine Erweiterung auf dem Areal an der Rosengasse". Eine Markthalle dort sei zwar "grundsätzlich mit einer Anbindung an den Käthchenhof vorstellbar, hängt aber davon ab, ob und wie das umgebende Areal eingebunden werden kann". Eine isolierte städtische Entwicklung einer Markthalle, also ohne Käthchenhof, "ist nicht geplant".

 

 

Kandidaten

Zu den offenen Fragen zählt auch die, was auf das Café Münch folgt, das wie berichtet zum Jahresende schließt. Laut Christian Reißing von der GWG "laufen Gespräche mit drei ernsthaften Interessenten". In ungefähr einem Monat "wird es sich konkretisieren", schaut er voraus. Und verspricht zumindest soviel: "Es wird weiterhin Gastronomie oder ein Café sein, und es kommt kein Filialist."

Gespanntes Warten auf die neue Ära
Der vorletzte Monat des Café Münch ist angebrochen. Die GWG verhandelt mit drei Kandidaten. Und verspricht: weiterhin ein Café, kein Filialist.Foto: Archiv/Feinäugle

Das Aus der Parfümerie Arcadia, die in Nachfolge der Parfümerie Hinz gewissermaßen wie das Café Münch zu den Käthchenhof-Mietern der ersten Stunde gehört, hat die GWG "unerwartet getroffen", sagt Christian Reißing. Für die frei werdenden 85 Quadratmeter "haben wir schon ein paar Interessenten im Hinterkopf", signalisiert er.

Dass im Inneren der Passage mehrere Geschäfte leer stehen, unter anderem jenes, in dem die Parfümerie bis vor ihrem Umzug an den Marktplatz 2011 ansässig war, betrachtet Reißing als Zukunftspotenzial: "Wir halten Flächenreserven."


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