Dem Himmel ganz nah

Stimme-Lesertour  Die Stimme-Leserreise zur Heilbronner Hütte war eine Tour voller Überraschungen.

Von Thomas Zimmermann

 

 

Natur pur, mächtige Berge, eintauchen in die Abgeschiedenheit der Montafoner Alpen, zusammenrücken in einer der schönsten Unterkünfte des deutschen Alpenvereins (DAV) – die Leserreise der Heilbronner Stimme zur Heilbronner Hütte hat Kultstatus. Kein Wunder, dass bei der sechsten Auflage die gut 50 Plätze innerhalb von weniger als zwei Stunden nach der Ausschreibung vergriffen waren.

So machten sich am vergangenen Wochenende erfahrene Hüttengänger, Neulinge, Verwandte, Freunde und Bekannte zum sechsten Mal zur Leserreise auf den Weg, um drei Tage im Verwallgebirge zu verbringen und einige Überraschungen zu erleben.

Ein Oberbürgermeister, der zur Gitarre greift, ein Marketingchef der Akkordeon spielt, ein Konditormeister, der Wein und Schokolade kombiniert, ein Chefredakteur der jenseits der Baumgrenze eine Zirbelkiefer pflanzt, um auf 2320 Meter Höhe auf die Bundesgartenschau in Heilbronn aufmerksam zu machen – nicht nur die Leser der Heilbronner Stimme staunten nicht schlecht, was auf der Hütte alles geboten wurde.

Aufstieg

„Ich bin total begeistert und tief beeindruckt“, sagte Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel, der zum ersten Mal auf der Hütte war. Er stieß mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer, Bürgermeisterin Agnes Christner und einigen Stadträten am Zeinisjoch zur Lesergruppe, dem Zielort der Busreise. Heer kam direkt aus Frankreich, wo er das Spiel Deutschland gegen Polen bei der Fußball-Europmeisterschaft besuchte. „Es ist erstaunlich und beeindruckend, wie die Leser trotz der schlechten Wetterverhältnisse gut gelaunt den Aufstieg bewältigen“, freute sich der HST-Chefredakteur bei der knapp zwei Stunden dauernden Wanderung auf die Heilbronner Hütte.

Auf den ersten Metern der Strecke hatte es zu regnen begonnen. Doch das störte die wenigsten Bergfreunde, zumal auf halbem Weg auf der Verbellaalpe ein zünftiges Vesper wartete und im Bachbett vor dem letzten Anstieg für jeden Wanderer eine Flasche Palmbräu bereitstand. Dazu passte, dass auf den letzten Metern auch noch die Sonne herauskam. Auch beim Abendessen konnten die Leser den blauen Himmel und den herrlichen Blick auf die Berge genießen. Inspiriert von der Schönheit der Natur regte Harry Mergel eine weitergehende Gemeindereform an.

 

 

„Eigentlich ist die Heilbronner Hütte der zehnte und am höchsten gelegene Stadtteil von Heilbronn“, so der Oberbürgermeister augenzwinkernd. Anschließend griff Mergel zur Gitarre und sang zur Überraschung der Leser „Bergvagabunden“ „County-Roads und „Kein schöner Land“. Und Konditormeister Eberhard Schell aus Gundelsheim kombinierte Schokolade mit den passenden Weinen, die von der Weingärtnergenossenschaft Heilbronn, dem Weingut G.A. Heinrich und der Weinbauschule Weinsberg stammten. 

Zwei Wandertouren im Schnee standen am Samstagmorgen auf dem Programm. Die Gruppe von DAV-Bergtourenführer Ralf Egert machte sich auf den Weg zur Konstanzer Hütte, während das Team um Fredi Immler, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum als Hüttenwirt auf der Heilbronner Hütte feiert, mit Schneeschuhen zum Valschavielkopf wanderte. Dort genossen die Bergfreunde am Fuße des Gipfelkreuzes auf 2600 Meter Höhe die strahlende Sonne, die nach dem wechselvollen Wetter am Vormittag, die umliegenden Bergwelt in ein strahlendes Licht tauchte.

Für Bewunderung sorgte beim Aufstieg der älteste Teilnehmer Ewald Uhl, der die schwierige Etappe ohne Probleme meisterte. „Ich bin froh, dass ich euch nicht aufgehalten habe“, meinte der 81-jährige aus Untergruppenbach bescheiden. Er hatte gleich vier Plätze gebucht, als er die Leserreise in der Stimme gesehen hatte. „Da habe ich gleich zugeschlagen“, freute sich der rüstige Rentner über das Familien-Gipfeltreffen mit Enkel Florian und den Söhnen Wolfgang und Andreas. Mit dem 22-jährigen Florian stammte somit auch der jüngste Teilnehmer der Leserreise aus der Familie Uhl.

Die dritte Gruppe fertigte in der Hüttenküche unter Anleitung von Eberhard Schell erstklassige handgemachte Pralinen. „Das war eine unheimlich tolle Erfahrung“, betonte Birgit Manzo aus Oedheim nach drei Stunden. Und Evelyn Probst lobte die Insider Tipps des Konditormeister. „Das hat sich gelohnt, ich habe viel gelernt“, sagte die Heilbronnerin. Die selbstgefertigten Pralinen und der passende Wein bildeten den Abschluss des Festmenus am zweiten Abend.

Zuvor pflanzten Harry Mergel, Uwe Heer und der künftige Vorsitzende des Freundeskreises der Bundesgartenschau 2019, Hartmut Weimann, auf dem kleinen Hügel neben der Hütte eine Zirbelkiefer. Sie soll auf die Buga in der Käthchenstadt aufmerksam machen. Das Sonnwendfeuer, entzündet von den Heilbronner DAV-Freunden um Hüttenwart Volker Lang, war der Höhepunkt eines langen Tages, der bei einem Glas Wein und mit Liedern, gespielt auf dem Akkordeon vom Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH Steffen Schoch, ausklang.

Perfekte Organisation 

Der Tag hallte lange nach, so dass der Abstieg am nächsten Morgen im Regen zum Zeinisjoch die gute Laune kaum störte. „Ich bin erstaunt was in diesen drei Tagen alles geboten wurde“, sagte Christina Stapf aus Heilbronn-Frankenbach. „Es war Klasse, die Organisation war perfekt und in der Gruppe sind lauter nette Leute, ergänzte Carmen Selz-Menschl aus Heilbronn-Horkheim. 

Fortsetzung folgt? „Wie sollen wir diese Tour noch toppen?“, rätselte Chefredakteur Uwe Heer. Und Lesereise-Organisator Gerhard Schwinghammer, wollte sich eigentlich im Jahr seines 70. Geburtstages zur Ruhe setzen. Doch darüber ist das letzte Wort längst noch nicht gesprochen.

 

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Homepage der Heilbronner Hütte