Das Tote-Hosen-Konzert im Protokoll

Heilbronn  Heilbronn - 25.000 Fans der Toten Hosen feierten am Freitagabend im Heilbronner Frankenstadion ein friedliches Fest. Das bestätigte die Polizei auf Stimme-Anfrage. Ernüchterung setzte bei den Besuchern ein, als sie versuchten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren.

Heilbronn - 25.000 Fans der Toten Hosen feierten gestern Abend im Frankenstadion in Heilbronn ein friedliches Fest. Das bestätigte die Heilbronner Polizei am Samstag auf Anfrage von stimme.de.

Vor dem Konzert mussten die Beamten aufgrund der hohen Besucherzahl mehrere Straßen sperren. Das Chaos auf den Zufahrtswegen hielt sich in Grenzen. Während des Konzerts wurden zwei Bengalos gezündet - ohne Folgen. Die Polizei verzeichnete mehrere Beleidigungen gegenüber den Einsatzkräften; zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Zugverspätungen nach Konzertende

Die ersten Besucher konnten das Frankenstadion nach Konzertende um etwa 22.45 Uhr noch zügig verlassen. Viele Fans mussten offenbar jedoch viel Geduld mitbringen, ehe sie am Ausgang angekommen sind. Ernüchterung setzte bei den Konzertbesuchern spätestens ein, als sie versuchten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren.

Dicht gedrängt standen die wartenden Fans am Bahnsteig der Stadtbahnhaltestelle vor dem Hauptbahnhof. Eine erste Stadtbahn fuhr ein, doch niemand durfte den Zug betreten. Die Bundespolizei sicherte die Haltestelle ab.  Die eingefahrene Stadtbahn fuhr ohne Passagiere aufzunehmen weiter.

Das gleiche Bild auf Gleis 1 des Hauptbahnhofes Heilbronn. Massen an Fans warteten. In den für 23.30 Uhr geplanten Sonderzug durften keine Fahrgäste einsteigen.

Nach Angaben von Dieter Natterer, Revierleiter der Bundespolizei Heilbronn, stießen gegen 23.10 Uhr im Bereich des Heilbronner Hauptbahnhofes zwei Rangierloks zusammen und entgleisten dabei. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Der Zugverkehr war anschließend jedoch stark beeinträchtigt. Der Grund für den Unfall ist derzeit noch unklar.

Die Bundespolizei hat zusätzliche Kräfte aus Stuttgart herangeführt. "Wir hatten die Lage aber jederzeit im Griff", sagte Natterer.

Keine Taxis

Die wartenden Fans fühlten sich schlecht informiert. "Die ganzen Zugverbindungen hier sind für den Arsch", ärgert sich Reinhard Rooß aus Bad Rappenau. "Wir hätten auch ein Taxi genommen, aber Taxis sind hier auch keine."

Peter Lausch aus Recklinghausen ist ebenfalls verärgert: "Ein Witz ist das hier. Die wollen das Stadion zu einer Eventlocation aufbauen? Das können die in der Pfeife rauchen." Erst gegen 0.25 Uhr normalisierte sich die Situation wieder, nachdem die Sonderzüge und Stadtbahnen losfahren konnten.

Zwei Personen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der überwiegende Teil der Konzertbesucher hätte aber besonnen auf die Vespätungen reagiert, sagte Natterer.

Treue Fans

Die Toten Hosen wussten zuvor jedoch zu begeistern. Bereits seit Freitagmorgen 9.40 Uhr hielt Mike Zeuner auf dem Gehweg der Theresienstraße die Stellung. Er saß in Reihe eins und wartete geduldig. Mike Zeuner ist 31 Jahre alt − und er besuchte in Heilbronn sein 137. Konzert der Toten Hosen. Samira Straub war seit zehn Uhr da. Mit Essen, Trinken und Soundcheck hören hatte sich die junge Karlsruherin die Zeit vertrieben.

Die Menschenschlange entlang der Theresienstraße wurde im Verlaufe des Freitagnachmittags immer länger. Manche sangen, tanzten, andere warteten geduldig, bis es Schritt für Schritt vorwärts ging. Jarmis Schimming verkaufte Riesenbrezeln und Schinkenstangen. 255 Stück warteten an seinem Stand auf hungrige Konzertbesucher. Mit einem Zwölf-Liter-Fass auf dem Rücken waren Bierverkäufer auf der Strecke. Das Geschäft ging gut. Einkaufswagen waren bis zum Rand mit leeren Dosen und Flaschen gefüllt.

"Ich bin sehr zufrieden", freute sich Polizei-Einsatzleiter Thomas Nürnberger über den stressfreien Ablauf. Er sah deutliche Verbesserungen gegenüber dem Pink-Konzert. Deutlich unter 100 Beamte waren im Einsatz. Immer wieder warnte der Veranstalter über Lautsprecher vor Taschendieben.

Massen pilgerten vom Hauptbahnhof Richtung Frankenstadion. Wer bei Sandwich-Mama vorbeikam, wurde von Barkeeper Randy Feiertag mit Drinks und Musik der Toten Hosen empfangen. "5000 Fans sind bis jetzt mit Zügen und Stadtbahnen angekommen", schätzte Dieter Natterer kurz nach 17 Uhr. Auch er lobte das friedliche Verhalten der Fans.

In den Stadtbahnen war Umfallen unmöglich. "Sehr gut besetzt sind unsere Shuttlebusse", sagte Herbert Conz von den Heilbronner Verkehrsbetrieben. Er hatte alle 57 Busse auf der Strecke. hei/jof/pen

>>Hier geht's zur Konzert-Kritik.

 

Das Tote Hosen Konzert im Protokoll

Was rund um den Auftritt der Düsseldorfer Kult-Band passiert ist, lesen Sie in unserem Konzert-Blog:

 

SA, 00.25 Uhr:
Geschafft: Der letzte Sonderzug verlässt den Heilbronner Hauptbahnhof. Hiermit beenden wir unseren Konzert-Ticker. Weitere Infos zum Tote-Hosen-Konzert gibt es im Laufe des Tages auf Stimme.de. Wir wünschen eine gute Nacht!


 

SA, 00.20 Uhr:
Ein weiterer Sonderzug ist inzwischen angekommen. Der Bahnsteig hat sich merklich geleert.

 

SA, 00.10 Uhr
Ein Sonderzug fährt endlich ein. Hämischer Applaus von den wartenden Fans, die zunehmend ungeduldiger wurden.

 

SA, 00.03 Uhr:
Der Grund für die Zugverspätungen ist jetzt bekannt: Zwei Rangierloks sind nach Angaben von Dieter Natterer, Revierleiter der Bundespolizei Heilbronn, im Bereich des Heilbronner Hauptbahnhofes zusammengestoßen. Verletzt wurde niemand. Mittlerweile ist die betroffene Strecke in Richtung Stuttgart wieder frei.

 

FR, 23.49 Uhr:
Konzertbesucher warten im Heilbronner Hauptbahnhof auf die Ankunft eines Sonderzuges.

 

 

FR, 23.25 Uhr:
Konfusion am Bahnsteig: Fahrgäste müssen im Heilbronner Hauptbahnhof wieder aus einem Zug aussteigen. Die erste Stadtbahn hat inzwischen den Bahnhof verlassen.

 

FR, 23.20 Uhr:
An der Stadtbahnhaltestelle vor dem Heilbronner Hauptbahnhof tut sich nichts. Ein Zug wurde abgestellt und fährt nicht weiter. Grund noch unklar. Die Bundespolizei diskutiert vor Ort. Unter den ersten Fans macht sich Unmut breit.

 

FR, 23.10 Uhr:
Volle Stadtbahnhaltestelle am Heilbronner Hauptbahnhof.

 

FR, 22.46 Uhr:
Konzertende: Mit der Hosen-Hymne "Eisgekühlter Bommerlunder" verabschieden sich Campino & Co. pünktlich vom Heilbronner Publikum. Bisher läuft alles ruhig und diszipliniert ab. Die Besucher verlassen das Stadion durch weit geöffnete Tore.

 

FR, 20.35 Uhr:
Die Toten Hosen betreten die Bühne. Frontmann Campino heizt den Fans im Frankenstadion ein (Foto: Veigel).

 

FR, 20.30 Uhr:
25.000 Besucher sind zu den Toten Hosen ins Heilbronner Frankenstadion gepilgert. Dabei gab es bei der Anfahrt und vor dem Stadion zwar Gedränge, aber laut Polizei keine größeren Störungen. Polizei-Einsatzleiter Thomas Nürnberger zeigte sich sehr zufrieden über den stressfreien Ablauf. Auch Dieter Natterer, Chef des Bundespolizeireviers Heilbronn, lobte das Verhalten der Fans.

 

FR, 19.45 Uhr:
Thomas Baier aus Walldürn mit seinem Sohn Simon. Der fünfjährige ist absoluter Campino-Fan und spielt Schlagzeug seit er drei ist.

 

 

FR, 19.30 Uhr:
Thees Uhlmann beginnt gerade. Der Bass geht unter die Haut.

 

FR, 19.10 Uhr:
Die Vorbands heizen im Stadion ein - davor warten noch immer zahlreiche Besucher. Die Schlange vor dem Einlass staut sich bis zur Karlsruher Straße zurück.

 

FR, 17.37 Uhr:
Neues zur Parkplatzsituation: Viehweide voll. Kaufland-Parkhaus fast voll. Theresienwiese fast voll. Platz gibt es noch an der Fachhochschule und anderen Park + Ride-Plätzen.

 

FR, 17.25 Uhr:
Einlass passiert, Platz gesichert - die Besucher im Frankenstadion sind gut gelaunt.

 

 


FR, 17.22 Uhr:
So sieht's vor dem Eingang aus. Die Vorband hat angefangen zu spielen.

 

 

FR, 17.20 Uhr:
Das Frankenstadion füllt sich langsam.


 

 

FR, 16.40 Uhr:
Noch sind die ausgeschilderten Parkplätze für die Konzertbesucher nicht voll, teilt die Polizei soeben auf Anfrage mit. Allerdings nimmt der Verkehr zu, zusätzlich zum Feierabendverkehr. Es kommt deshalb vereinzelt zu Stockungen, wer unterwegs ist, muss mehr Zeit einplanen. Größere Staus hat die Polizei noch nicht ausgemacht.

 

 

FR, 15.57 Uhr:

 

 

FR, 15.55 Uhr:
Die Besucher stehen fast schon bis zur Karlsruher Straße. Die Stimmung unter den Gästen ist ausgelassen und fröhlich.

 

 

FR, 15.40 Uhr:
Schlange am Einlass in der Theresienstraße.

 

FR, 15.30 Uhr:
Mit der gesamten Familie zum Konzert: Lisa Hübsch (rechts) aus Hirschlanden bei Osterburken hat Papa, Mama, Bruder und dessen Freundin mitgenommen. "Ich wollte unbedingt hierher", sagt Lisa. Sie alle sehen die Toten Hosen heute zum ersten Mal live. "Wir freuen uns schon den ganzen Tag darauf", sagt Vater Alfred Hübsch.

 

FR, 15 Uhr:

 

Auch im Imbiss Sandwich Mama an der Karlsruher Straße hat man sich vorbereitet. "Wir haben die Biervorräte hochgefahren und gerade noch eine Toten-Hosen-CD gekauft, die legen wir später ein", sagt Geschäftsführer Thilo Wecker.
 

 

 

FR, 14.30 Uhr:
Der Soundcheck war im benachbarten Biergarten Food Court gut zu hören. Geschäftsführerin Nelly Roth erwartet daher am Abend einen großen Andrang an Gästen, die das Konzert im Gemütlichen mithören wollen. "Sechs zusätzliche Mitarbeiter und eine Kasse mehr als sonst, wir sind auf alles gefasst", sagt sie.
 

 

 

FR, 13.45 Uhr:
Diese drei eingefleischten Toten-Hosen-Fans - es ist ihr 73. Konzert - kommen aus Böblingen. Bevor es ans lange Anstehen geht, schauen sie sich rund ums Frankenstadion um.
 

 

FR, 13.15 Uhr:
Die ersten "Hosen"-Fans sitzen bereits am Einlass. Mike Zörner (Mitte hinten) war der Erste. Der Nürnberger will unbedingt in der vordersten Reihe stehen. Auch wenn es heute bereits sein 137. Toten-Hosen-Konzert ist.

 

 

FR, 12.40 Uhr:
Die Hinweisschilder für die Parkmöglichkeiten stehen jetzt. Mehrere Schilder entlang der Karlsruher Straße weisen den Weg zum Mitarbeiter-Parkhaus am Kaufland in der Olgastraße, das ab 17 Uhr den Konzertbesuchern offen steht.

 

 

FR, 12 Uhr:
Das sieht doch langsam nach Bühne aus.

 

FR, 11 Uhr:
Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Die Toten Hosen starten früher als geplant, bleiben dafür aber auch länger auf der Bühne. Um 17.20 Uhr anstatt um 18 Uhr geht's mit den Vorbands los. Einlass ist bereits ab 16.30 Uhr.

„Die Toten Hosen haben sich kurzfristig dazu entschlossen, für Ihre Fans länger auf der Bühne zu stehen", sagt Veranstalter Rolf Weinman. "Um das Konzertende pünktlich einhalten zu können, war die Vorverlegung des Anfangszeitpunkts die einzige Möglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen." So könnten auch die Verkehrsplanungen der Shuttle-Busse und Sonderzüge problemlos umgesetzt werden.

 

FR, 10 Uhr:
Die Badstraße und Theresienstraße entlang des Frankenstadions sind jetzt gesperrt. Hindurch dürfen nur noch VIPs und Arbeiter.

 


Straßensperrung Toten Hosen auf einer größeren Karte anzeigen

 

FR, 9 Uhr:
Die Ruhe vor dem Sturm. Im Eingangsbereich des Frankenstadions werden Absperrungen aufgestellt.

 

 

DO, 21 Uhr:
Was mit ins Konzert in das ausverkaufte Frankenstadion mitgenommen werden darf oder am Eingang abgegeben werden muss. Ein Überblick.

Verboten sind: Waffen und waffenähnliche Gegenstände; gefährliche und spitze Gegenstände, Messer aller Art; Behälter und Flaschen aus Glas sowie Dosen; Laserpointer; PET-Flaschen; Feuerwerkskörper, Kracher und Wunderkerzen; leicht brennbare oder entzündliche Gegenstände; mit Killernieten bestückte Arm-, Halsbänder oder Kleidungstücke; Stock-Regenschirme; Kameras mit wechselbarem Objektiv und/oder Brennweite über 180 mm; Video-/Film- und Tonaufnahmegeräte (Handys aller Art fallen nicht darunter); Stühle und Hocker; Hunde und andere Tiere sowie Fahnen/Plakate mit extremistischem/beleidigendem Aufdruck.

Erlaubt ist: Tetra-Pak bis 0,5 Liter, original verschlossen pro Person ein Stück; mit Flach- oder Rundnieten bestückte Arm-, Halsbänder oder Kleidungsstücke; kleine "Knirps"-Regenschirme und " Decken oder kleine Sitzkissen.

 

DO, 18 Uhr:
30 Arbeiter mit Helmen waren den Tag über mit dem Aufbau der Bühne beschäftigt. Diese ist 25 Meter hoch und 30 Meter lang - ein Komplex wie ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus. 40 weitere Arbeiter kümmerten sich um Licht und Ton.

 

DO, 16 Uhr:
„Viel größer geht es in der Region nicht“, sagt Anna-Maria Dietz vom Veranstalter Provinztour. Das Open-Air ist ein Konzert der Oberklasse. Seit Montag läuft der Aufbau, zehn Trucks haben allein die Bühnenaufbauten hergebracht. 

 

DO, 14 Uhr:
Ein gutes Stück Bühne steht bereits und mindestens genauso wichtig: die Dixie-Häuschen.

 

DO, 13 Uhr: Für die Anlieferung hat das Frankenstadion seinen Nebeneingang weit geöffnet. Von hier aus kann man die Bühne sehen, die gerade aufgebaut wird.


 

DO, 13 Uhr: Bundespolizei meldet verstärkten Einsatz

Um eine sichere An- und Abreise zu gewährleisten, werden Beamte der Bundespolizei Heilbronn im Bereich des Hauptbahnhofes, der Stadtbahnen sowie den Zügen hohe Präsenz zeigen. Weitere Kräfte der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Stuttgart unterstützen sie. "Da ein Großteil der Konzertbesucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen wird und auch Sonderzüge bereitstehen, stellen wir uns insbesondere nach  Konzertende auf einen verstärkten Verkehrslenkungseinsatz ein", sagt Dieter Natterer vom Bundespolizeirevier Heilbronn.

 

DO, 12 Uhr: Insgesamt zwölf Konzert-Busse parken am Stadion. Für die Autofahrer ist es auf der Theresienstraße eng geworden.

 

 

DO, 12 Uhr: An der sogenannten Kiss-and-Go-Haltestelle parken noch Autos. Ab morgen Nachmittag dürfen Autofahrer dort nur für Sekunden anhalten, um ihre Mitfahrer aussteigen zu lassen.