Bürger wollen ÖPNV in Heilbronn verbessern

Heilbronn  Die Bürgerbewegung Lokale Agenda 21 lädt dieses Frühjahr alle Interessierten an fünf Terminen zur Ideensammlung für ein zukunftsfähiges ÖPNV-Konzept in der Stadt Heilbronn.

Von Kilian Krauth

Stadtbus in Heilbronn
Die Agenda 21 fordert eine verstärkte Förderung von Bus und Bahn gegenüber dem in Heilbronn traditionell bevorzugten Motorisierten Individualverkehr. Foto: Archiv/HSt

Ist das Liniennetz der Stadtbusse überhaupt noch auf Höhe der Zeit? Entsprechen die Taktzeiten den Wünschen der Fahrgäste? Und überhaupt: Sind die Kartenpreise nicht zu teuer?
 
Solche und andere Fragen zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt Heilbronn will die Lokale Agenda 21 zusammen mit interessierten Bürgern und Verbänden genauer unter die Lupe nehmen und gleichzeitig ein Konzept für die Weiterentwicklung des Bus- und Bahnangebotes in der Stadt erstellen. Der von Uwe Ahrens und Ulrich Baumann geleitete Agenda-Arbeitskreis Mobilität versteht dies als Beitrag zu dem von der Stadt Ende 2016 eingeleiteten Konzept „Mobilität 2013“, das neben externen Experten ausdrücklich auch Bürger mit ins Boot nehmen will.

ÖPNV-Anteil stagniert - Verluste beim Busverkehr

Anlass zu dem Agenda-Vorstoß ist die Tatsache, dass der ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr seit Jahren stagniert. „In Heilbronn verharrt seine Leistung bei zehn Prozent“, erklärt Baumann, was im Vergleich mit anderen Großstädten deutlich unterdurchschnittlich sei. Dabei habe die Stadtbahn durch den Ausbau natürlich hinzugewonnen, „der Busverkehr musste aber in letzter Zeit Verluste hinnehmen“.

Dabei sei der ÖPNV ein wichtiger Baustein des sogenannten Umweltverbundes, zu dem auch der Radverkehr und Fußgängerströme zählen. Erklärtes Ziel der Stadt sei es bekanntlich, dessen Anteil Schritt für Schritt zu steigern. Doch beim ÖPNV liege derzeit noch zu viel Potenzial brach.

Bürgerbewegung will Bus und Bahn stärker fördern

Die Agenda 21 fordert deshalb eine verstärkte Förderung von Bus und Bahn gegenüber dem in Heilbronn traditionell bevorzugten Motorisierten Individualverkehr (MIV) – freilich ohne dass Fahrradfahrer und Fußgänger darunter leiden müssten. Denn alle drei Bereiche seien wichtige Säulen zum Erreichen der allgemeinen Nachhaltigkeits- und Umweltziele, sprich: geringere Schadstoffbelastung, geringere Flächeninanspruchnahme und nicht zuletzt auch geringere Lärmbelastung.

Ahrens und Baumann betonen gleichzeitig relativ ergebnisoffen in die Diskussion mit interessierten Bürgern einsteigen zu wollen. Dabei wolle man nicht nur Kosmetik am vorhandene Angebot betreiben, sondern auch offen sein für zukunftsorientierte Vorschläge, für Horizonterweiterungen und „neue Qualitäten“. Die Hauptpunkte dürften sich um Linienführung, Taktzeiten, Fahrzeugmaterial, Preisgestaltung und Übergangskonzepte zu anderen Verkehrsträgern drehen.

Agenda sieht große Defizite bei Knoten- und Umstiegspunkten

Konkret: Bei der Stadtbahn dürfe die Fortführung der Südachse ins Zabergäu und ins Bottwartal nicht vergessen werden. Darüber hinaus sollte die Bahn stärker als „Rückgrat“ des ÖPNV verstanden werden: mit passenden Bus-Zulieferern. Große Defizite gebe es bei Knoten- und Umstiegspunkten, siehe Harmonie oder Berufsschulen, aber auch am Hauptbahnhof, wo Taxen im Abseits stünden und Radwege kaum erkennbar seien. Ähnlich schlecht sehe es Anzeigetafeln aus.

Die Arbeitsgruppe Mobilität der Lokalen Agenda 21 lädt alle interessieren Bürger und Verbände ein, sich jeweils montags von 18 bis 20 Uhr in der VHS in die ÖPNV-Diskussion einzuklinken: am 20. März zu Stärken und Schwächen, am 24. April zur Ist-Analyse, am 15. Mai über Verbesserungspotenzial und Handlungsbedarf, am 19. Juni über Handlungsfelder für ein verbessertes Angebot und am 17. Juni zum Konzept für einen verbesserten ÖPNV in Heilbronn.

 

Infos

Internet: www.agenda21-hn.de

Kontakt und Anfragen per E-Mail: ak.mobilitaet@agenda21-hn.de