Bombe in Heilbronn entschärft

Heilbronn  Bei Bauarbeiten am Europaplatz ist am Mittwoch eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Fliegerbombe wurde vom Kampfmittelräumdienst entschärft.

Von unserer Redaktion

 

Bei Bauarbeiten am Europaplatz ist am Mittwochnachmittag eine 250 Kilogramm schwere Bombe gefunden worden. Der Kampfmittelräumdienst aus Stuttgart wurde angefordert und machte sich gegen 17 Uhr an die Arbeit - die mit Vorbereitung und Entschärfung einige Zeit in Anspruch nahm. Wegen der Arbeiten musste die Polizei Straßen sperren, was erhebliche Verkehrsbehinderungen nach sich zog.

Die Baustelle ist Teil der Erweiterung des Bildungscampus und grenzt an das Zeag-Areal an. Das ist der Fundort: 

 

Mission erfolgreich

Am Ende ist es eine etwas knifflige Angelegenheit. Der Zünder einer 250 Kilogramm schweren Mehrzwecksprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg weist Beschädigungen auf. "Die Hülle ist sehr brüchig gewesen, aber nicht gebrochen", sagt Ralf Vendel, der Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg hinterher. Dennoch verläuft die Entschärfung letztlich "reibungslos". Gut 20 Minuten benötigen Vendel und sein Team, bis sie Entwarnung melden. Wenige Minuten später ist die Bombe zum Abtransport auf einen Laster verladen.

Bauarbeiter entdecken die Bombe auf dem Gelände des Bildungscampus in der Heilbronner Weipertstraße. Die Polizei sperrt daraufhin den Bereich in einem Umkreis von 250 Metern ab. Media Markt, Zeag, Modepark Röther, Innovationsfabrik, Kaisersturm, die Eishalle und Teile des Bildungscampus werden evakuiert.

Gegen 18 Uhr treffen sich die Einsatzkräfte zu einer Lagebesprechung. "Es wird sichergestellt, dass alle Gebäude evakuiert sind", sagt Thomas Lüdecke von der Heilbronner Polizei.

 

Von der Evakuierung ist auch Intersport-Saemann betroffen. 78 Kunden müssen das Gebäude gegenüber der Bombenfundstelle verlassen. Für Inhaber Thomas Gauß kommt der Fund zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. In seinem Geschäft hat der Räumungsverkauf begonnen. "Für mich bedeutet das ein riesiger finanzieller Schaden." 50.000 Euro, schätzt Gauß, sind ihm wegen des Bombenalarms und der fehlenden Kunden entgangen. "Warum muss das ausgerechnet am ersten Tag des Räumungsverkaufs passieren?"

Kurz nach dem Fund der Bombe haben die Beamten begonnen, das Gebiet rund um die Fundstelle großräumig abzusperren. Weit über die Zu- und Abfahrtstraßen rund um den Europaplatz kommt es während des Berufsverkehrs zu starken Behinderungen. Auf den Ausfallstraßen staut sich der Verkehr über mehrere Kilometer. Die Mannheimer Straße, Kalistraße und Weipertstraße sind von den Sperrungen betroffen. Der Bahnverkehr zwischen Heilbronn, Öhringen und Bad Friedrichshall wird eingestellt. Deshalb sind auch Beamte der Bundespolizei am Einsatz beteiligt.

 


Dieses Video hat uns Dominik Schaubel an unsere Facebook-Pinnwand gepostet:

 

 

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Um 19.15 Uhr kommt der kritische Moment. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Stuttgart rücken der Bombe zuleibe. Sie entfernen den brüchigen Zünder. Die Zeit bis zur Entwarnung scheint sich zu dehnen. Die Einsatz- und Rettungskräfte versammeln sich in der Zeit um einen Biertisch auf Höhe des Hotel Mercure am Fußgängerübergang zum Campus. Warten. Entwarnung um 19.37 Uhr. Die 250 Kilogramm schwere Sprengbombe ist entschärft. Aufatmen an der Fundstelle. Erleichtert zeigt sich Feuerwehrkommandant Eberhard Jochim: "Die Firmenbetreiber haben sehr gut mitgemacht." Die in den Firmen Verantwortlichen hätten alle "frei gemeldet und vernünftig gearbeitet."

60 Polizisten des Präsidiums Heilbronn und der Bereitschaftspolizei, 37 Sanitäter und Rettungskräfte sowie 25 Feuerwehrleute sind im Einsatz gewesen. Gegen 20.05 Uhr gibt die Polizei die gesperrten und geräumten Bereiche wieder frei. Der Verkehr fließt.