Archäologen statt Bautrupps

Heilbronn - Bevor im Frühjahr 2013 die Bautrupps für das am Heilbronner Bollwerksturm geplante Mercure-Hotel anrücken, übernehmen zunächst Archäologen das Kommando. Auf dem Baugrund ist nach Stimme-Informationen mit archäologischen Funden zu rechnen.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

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Archäologen statt Bautrupps
Auf dem Grundstück des projektierten Mercure-Hotels an der Mannheimer Straße sind Archäologen aktiv. Es werden historische Funde vermutet.Foto: Andreas Veigel
Heilbronn - Bevor im Frühjahr 2013 die Bautrupps für das am Heilbronner Bollwerksturm geplante Mercure-Hotel anrücken, übernehmen zunächst Archäologen das Kommando.

Nach Informationen der Heilbronner Stimme gibt es aufgrund neuester vom Regierungspräsidium Stuttgart zur Verfügung gestellten Unterlagen ganz konkrete Anhaltspunkte, dass auf dem Baugrund für das Vier-Sterne-Hotel "mit archäologischen Funden zu rechnen ist". In nichtöffentlicher Sitzung wurden die Mitglieder des gemeinderätlichen Wirtschaftsausschusses jetzt darüber informiert.

"Wir rechnen damit, dass die sogenannte archäologische Befundbeobachtung und gegebenenfalls die Sicherung der Fundstücke etwa zwei Monate in Anspruch nehmen kann", sagte auf Anfrage Rathaussprecher Dr. Anton Knittel. Um diesen Zeitraum seien entsprechende Rücktrittsfristen jetzt verlängert worden. Bis zum 31. Dezember hätte die Investorengruppe, bestehend aus französischen Geschäftsleuten, von ihrem Hotelprojekt zurücktreten können.

Aushub

"Die Denkmalpflege und die Archäologie sind in das Verfahren eingebunden", erklärte Dr. Clemens Homoth-Kuhs, Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. Erste Grabungsaktionen seien angelaufen. Für Aussagen, mit welcher Art von Funden zu rechnen ist, sei es zu früh.

"Für das Hotel ist noch kein Baustart erfolgt", bestätigte Thierry Louvieaux von den Berliner Architekten PSP. Folglich habe die Aushuberde, die an der Ecke Mannheimer Straße/Gerberstraße aufgeschüttet sei, nichts mit dem Hotelprojekt zu tun. Seinen Informationen zufolge handle es sich um Material im Zusammenhang mit der Verlegung einer Fernwärmeleitung.

Aktuell stehen die Architekten, wie Louvieaux sagte, in den Endverhandlungen mit den Baufirmen. Bestätigt werden von dem Berliner Ingenieur auch die Gesamtbaukosten inklusive Grundstückskauf von 16 Millionen Euro.

Entstehen werden in dem projektierten Mercure-Hotel 136 Zimmer, mehrere Tagungsräume sowie Gastronomie. Untergebracht werden die Räumlichkeiten in einem 18 Meter hohen, 80 Meter langen und 30 Meter tiefen geschwungenen Gebäude. Die Fassade erhält eine schachbrettartige Optik.