Neubau kommt voran, Namensfindung stockt

Flein im Jahr 2004: Schüler und Lehrer freuen sich über neue Räume - WG modernisiert - Spatenstich für Veranstaltungshalle

Von Sabine Friedrich

Gleich zu Jahresbeginn heißt es für die Bauhofmitarbeiter kräftig ein- und anpacken. Sie ziehen aus dem Dauer-Provisorium, der alten Turnhalle in der Bachstraße, in eine moderne Arbeitsstätte im Gewerbegebiet "Seeäcker/Horkheimer Weg II" um. 1,1 Millionen Euro kostet der Betriebshof in der Dieselstraße. Auf modernen Stand haben für 1,7 Millionen Euro auch die Weingärtner Flein-Talheim ihre "Erlebniswelt Wein" beim Um- und Ausbau des WG-Gebäudes gebracht.

Ein gutes Zeugnis stellen Lehrer und Schüler Verwaltung und Räten aus. Die Note "eins plus" gibt's für den Schul-Neubau, der im Oktober eingeweiht wird. Für 410 000 Euro hat die Grund- und Hauptschule, die zum neuen Schuljahr ihr musisches Profil verstärkt, nun ausreichend Platz für die Schulsozialarbeit und die Verlässliche Grundschule.

Für zehn Mal so viel Geld - 4,75 Millionen Euro - leistet sich Flein eine Veranstaltungshalle. Im März ist Spatenstich an der Sandberghohle, sieben Monate später Richtfest. Im Herbst 2005 soll die "gute Stube" fertig sein. Ob sie dann auch getauft werden kann? Die Namenswahl bereitet dem Gemeinderat großes Kopfzerbrechen. Unter den 281 Vorschlägen aus der Bevölkerung findet keiner eine Mehrheit bei der ersten Beratung am 11.11. Im zweiten Anlauf vier Wochen später fällt auch der Favorit von Bürgermeister Jürgen Schmid wieder aus der engen Auswahl. "Sandale" füllt die Leserbriefspalten dieser Zeitung, ihre Verfasser empören sich. Die Optik soll's richten. Ein Grafiker wird für drei Vorschläge - Flina, Fleiner Forum, Kulturhalle - jeweils ein Logo entwerfen. Entschlussfreudiger zweigen sich die Räte, was die alte Halle anbelangt: Sie heißt künftig Sandberghalle.

"Noch durchaus akzeptabel" charakterisiert Bürgermeister Jürgen Schmid in der Haushaltsrede den Etat 2004. Die Finanzlage verschlechtert sich aber im Laufe des Jahres. Keine neue Schulden waren vorgesehen, jetzt müssen 2,3 Millionen Euro Kredite aufgenommen werden. Der Griff in die Rücklagen fällt mit 2,9 Millionen Euro deutlich kräftiger aus.

Nach 36 Jahren kommt das Aus für die Unabhängige Liste Flein (UL). Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche veranlassen die Gemeinderats-Gruppierung, mit der CDU zu fusionieren. Ein Stolperstein, wie sich bei der Kommunalwahl im Juni herausstellt. CDU-UL erringen zusammen nur sechs Sitze, getrennt hatten sie zuvor acht. FWV (sechs) und SPD (fünf) gewinnen jeweils ein Mandat hinzu.

Abschied von Räten und von Pfarrer Erich Hartmann müssen die Fleiner 2004 nehmen. Der evangelische Seelsorger, zwölf Jahre für Flein-Mitte zuständig, wird Dekan in Calw. Damit braucht auch der Krankenpflegeverein Flein-Talheim, der 100 Jahre Krankenpflege feiert, einen neuen Vorsitzenden. Es ist der Talheimer Bürgermeister Rainer Gräßle.