Musikkapelle zog alle Register ihres Könnens

Beim Konzert in Talheim sang der Sontheimer Chor - Eine gelungene Mischung aus Schlagern, Oldies und Evergreens gezeigt

Von Gabi Schneider

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Wer bei Musikkapelle nur an Marschmusik mit Pauken und Trompeten denkt, wurde in Talheim eines Besseren belehrt. Vom Abba-Revival bis zum Bigband-Sound, von Udo Jürgens-Highlights zu den Golden Hits der Beach Boys, von italienischen Schlagern über südamerikanische Melodien bis zu Tango-Souvenirs und den Evergreen-Sternen reicht das Spektrum, das die Musikkapelle beherrscht. Unter Leitung des neuen Dirigenten Werner Werosta zogen die Musiker sämtliche Register ihres Könnens.

Im ersten Teil des Konzertes wirkte der Sontheimer Chor "arcobalena" unter der Leitung von Ralf Ellinger mit. Junge, temperamentvolle Stimmen - vor allem der Sopran glänzte - brachten in A-capella-Manier mit alten Hits das Publikum zum Schmunzeln und Schnippen. "Oh Donna Clara, ich hab dich tanzen geseh'n" oder "Ich hab' das Fräulein Helen baden sehn, das war schön, da konnt' man Waden sehn, rund und schön, im Wasser stehn": Das waren halt noch Texte mit tollen Reimen. "So schön, schön war die Zeit", als man noch solche Hits schmetterte oder sich zum "Kriminal-Tango" in der Taverne gruselte.

Nach der Pause legte die Kapelle noch eins drauf. Gut, dass den Musikern die Spielfreude nicht abhanden gekommen ist, obwohl Noten und Instrumente beim Schulhausbrand ein Raub der Flammen wurden und bei der Faschingsveranstaltung Randalierer die Eingangstür der Schlossberghalle zerschlugen. Für den Vereinsvorsitzenden Friedrich Garrelts war das Konzert deshalb ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Musikverein sich auf seinem Weg nicht entmutigen lasse. Das Publikum honorierte den Einsatz mit begeistertem Applaus. Kapelle und Chor bedankten sich mit Zugaben.