Islam: Ein komplexes Glaubenssystem

Vortrag in der Cyriakuskirche in Oberstenfeld-Gronau - Bläsergruppe umrahmt das Referat von Albrecht Hauser

Von red

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Pfarrer Johannes Hruby wies darauf hin, dass der Islam als eine der großen Weltreligionen zurzeit weniger in seiner religiösen Dimension in Erscheinung trete, sondern vielmehr durch die zahlreichen Anschläge fundamentalistischer Islamisten. Das führe verständlicherweise in der Bevölkerung zu ngsten und Verunsicherung.

Mit Kirchenrat Albrecht Hauser hatte Pfarrer Hruby einen Referenten gewinnen können, der als Missionar mit seiner Familie 18 Jahre in Pakistan und Afghanistan gelebt hat, also in islamisch geprägten Staaten. Hauser schöpft seine Erkenntnisse aus eigener Erfahrung. Er ist zudem Vorsitzender des Islam-Arbeitskreises der Deutschen Evangelischen Allianz in Deutschland. Albrecht Hauser berichtete von seinem Bemühen, auch in diesen Ländern Menschen in die Nachfolge von Jesus zu rufen, und seine Anstrengung sei nicht ohne Erfolg gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Hauser erzählte von interessanten Gesprächen mit Muslimen und auch guten Erfahrungen in islamischen Ländern. Es gehe ihm in seinen Ausführungen nicht darum, ein Feindbild des Islam zu entwickeln, sondern für den Christen die wesentlichen Unterschiede zum Islam zu verdeutlichen. Dabei gebe es nicht den Muslim, ebenso wenig wie es den Christen gäbe.

Der Islam sei eine nachchristliche Religion, in der Jesus nicht der Unbekannte, sondern aus christlicher Sicht der Verkannte sei. Mit dem Islam, so glaubten die Muslime, seien alle andern Religionen sinnentleert. Bei einem inhaltlichen Vergleich von gleichartigen Themen in Koran und in der Bibel habe nach Auffassung der Muslime der Koran immer Recht. Das Gottesbild im Islam sei anders als im Christentum geprägt von der unbedingten Unterwerfung unter den Willen des einen Gottes. Im Islam könne dieses Verhältnis zwischen Gott und Mensch nicht durch den Dialog verändert werden. Der christliche Gott sei auch leidensfähig. Diese Leidensfähigkeit Gottes kenne der Islam nicht. Der Islam sei ein komplexes, gültiges Glaubenssystem. Er sei Glaube und Politik. In der Begegnung mit Andersgläubigen spiele die politische Macht eine entscheidende Rolle. Der Islam sei eine Einbahnstraße. Es sei sehr leicht, Muslim zu werden. Aber den Islam zu verlassen, sei schwierig. Im Umgang der Christen mit den Muslimen habe der Referent Fairness und Sachlichkeit gefordert.

In der anschließenden Diskussion habe Hauser ein klares Nein zum Tragen des Kopftuchs einer Lehrerin im Unterricht gesagt, da dies eindeutig auch ein politisches Symbol sei. Der Vortrag wurde musikalisch von der Bläsergruppe "CEVIM BRASS" Großbottwar unter Martin Fuchs begleitet.