Fotos, Dokumente und Geräte ziehen bald um

Untergruppenbacher Heimatverein bereitet sich auf sein neues Domizil in der alten Schule vor - Bislang Magazin im Rathaus

Von Luzia Grimm

Fotos, Dokumente und Geräte ziehen bald um
Fotos, Dokumente und Geräte ziehen bald um

Von Luzia Grimm

„Mr. Fritz Eisenmann, Falkenstraße 13, Heimatbuch, Untergruppenbach“, ist ein Brief aus den USA adressiert. Das Foto- und Schriftenarchiv des Heimatvereins ist noch im Haus von Friedrich Eisenmann zu finden, der seit über 25 Jahren sammelt, ordnet und den Heimatverein seit der Gründung im Jahr 1980 leitet. Historisches Gerät und jahrhundertealte Scherben lagern im Rathauskeller. Mit jenem Teil seiner Bücherei, der sich nicht mit Burgen befasst, hat Karl-Heinz Dähn den Heimatverein bedacht. „In Fachkreisen heißt der pensionierte Schulamtsdirektor nur Burgen-Dähn und er hat bereits schwere Kisten gepackt“, erklärt Eisenmann. Dähn ist Gründungsmitglied des Heimatvereins.

Im Moment denkt der Heimatvereinsvorstand darüber nach, wie das „Magazin mit musealem Charakter“ - wie es derzeit im Rathaus genannt wird - unter dem Schulhausdach aufgeteilt und eingerichtet wird. „Für den Ausbau brauchen wir noch Geld und an Spenden für das Dachgebälk noch 200 Euro“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Mit den 200 Euro wären dann jene 12 000 gespendeten Euro zusammen, die verhindert haben, dass das Dach innen gedämmt wurde und das beeindruckende Dachgebälk verschwunden wäre. Mit der Spendenaktion wurde ein Ratsbeschluss vom November 2005 umgangen, bei dem sich eine Mehrheit für die preiswertere Dämmvariante ausgesprochen hatte.

Unter dem Schulhausdach kann man jetzt fleißige Handwerker sehen. An einer Stelle hat man zwischen den Balken im Boden den Durchblick ins darunter liegende Geschoss. Wenn die Handwerker ausgezogen sind, dann findet im Dachjuchhe des Heimatvereins auch das gerahmte Schulfoto einen Platz, auf dem auch „der gefürchtete Oberlehrer Heinrich Retter“ (Eisenmann) abgelichtet ist. Es stammt wohl aus den Jahren zwischen 1905 und 1914, wie Eisenmann vermutet.

Die Schüler stehen mit den Lehrern vor der nagelneuen Volksschule von 1904. Heute ist es das alte Schulhaus, das für eine Kindertagesstätte generalsaniert wird. Unten ziehen die Untergruppenbacher Kinder ein und oben Fundstücke, Schriften, Fotos und Dinge wie ein vergoldeter Granatsplitter, der im Zweiten Weltkrieg ins Haus von Lotte Friederich eingeschlagen war, oder die Originalschrift des Gruppenbacher Heimatliedes „Du Heimat mein“, das Robert Edler 1963 dem Liederkranz und seinem Dirigenten Fritz Ruf gewidmet hat.

Zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins ließ der Liederkranz das Heimatlied wieder erklingen. Sehr zur Freude des Heimatgeschichtlers und Lehrers Friedrich Eisenmann, der schon als Schüler in seiner Heimatstadt Rothenburg ob der Tauber in Archiven zu Gange war: „Ich mach’ das schon immer.“ Und bald hat der Heimatverein eine richtige Heimat.

Fotos, Dokumente und Geräte ziehen bald um
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