Vereine wollen Weg behutsam ebnen

Gemeinde will 2012 Musikschule Schozachtal beitreten − Auenstein setzt auf Synergien

Von Ute Knödler

Vereine wollen Weg behutsam ebnen
Das Jugendorchester des Musikvereins Auenstein hat zahlreiche Nachwuchsmusiker in seinen Reihen.Foto: Ute Knödler

Ilsfeld - Im Grundsatz ist der Beitritt der Gemeinde Ilsfeld zum Zweckverband Musikschule Schozachtal beschlossen. "Jetzt muss mit den Verbandsmitgliedern Abstatt und Untergruppenbach eine neue Satzung erarbeitet werden", erklärt Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler. Frühestens zum neuen Jahr rechnet er mit dem Beitritt.

Vor rund fünf Jahren ist die Diskussion um einen Beitritt in Ilsfeld schon einmal geführt und abgelehnt worden. Die Initiative ging damals von Eltern aus, deren Kinder an der Musikschule Unterricht nahmen und rund ein Drittel mehr Gebühren zahlen mussten, als Kinder aus den Mitgliedsgemeinden. Jetzt kam der Vorstoß vom Musikverein in Auenstein. "Wir möchten in Kooperation mit der Grundschule und der Musikschule in Auenstein eine Bläserklasse eröffnen", berichtet Jugendleiter Jürgen Riedinger.

Freiberuflich Vereinsintern sieht er keine Chance, dies zu stemmen. Schon jetzt beschäftigt der Musikverein, der zurzeit rund 70 Jugendliche ausbildet, zehn freiberufliche Musiker. "Zeitlich und kräftemäßig kommen wir an unsere Grenzen", sagt Riedinger. Musikschulleiter Gerd Wolss habe zudem Erfahrung im Umgang mit Vereinen, betont Vereinsvorsitzender Christian Kuhnle.

Rainer Ziegler, Stabführer vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, sieht derzeit keinen Nutzen für seine Abteilung. "Wir machen die Ausbildung selber", sagt er. Die Instrumente des Spielmannszugs, die Trommel und die Trommlerpfeife würden an der Musikschule bisher gar nicht gelehrt.

Beim Harmonika-Club sorgt mit Siegmund Riedinger ein Lehrer aus den eigenen Reihen für die Ausbildung des Nachwuchses. Doch Vorsitzende Ingrid Beckbissinger sagt: "Der Trend, dass die Zahl der Musikanfänger zurückgeht, führt uns auf den Weg zur Schule." Doch ehrenamtliche Ausbilder könnten dort aufgrund der Uhrzeit keine Ausbildung leisten. Auf gemeinsame Wege und "nicht gegeneinander", hofft Beckbissinger.

Gut aufgestellt, was die Lehrersituation anbelangt, ist zurzeit auch der Musikverein Ilsfeld. Eine Bläserklasse in der Grundschule, eine in der Realschule sowie eine Gruppe Singen-Bewegen-Sprechen (SBS) im Kindergarten. "Gerade brauche ich keine Musikschule", sagt Vorsitzende Ellen Bauer. Doch falls sich dies ändern soll, ist sie froh, wenn der Weg für eine Zusammenarbeit schon geebnet ist.

Für Knödler ist es wichtig, die Zeichen aus den Vereinen ernst zu nehmen und eventuellen "Defiziten frühzeitig vorzubeugen". Als Beispiel diene ihm der Musikverein Edelweiß aus Untergruppenbach, der vor Jahren nicht mehr spielfähig war. Erst durch eine langjährige Basisarbeit mit Bläserklassen in Kooperation mit der Stettenfelsschule und der Musikschule Schozachtal ist es dem Untergruppenbacher Verein gelungen, mit einem Jugendorchester wieder musizieren zu können. Trotzdem sieht er die gewachsenen Strukturen der privaten Musikschulen in Ilsfeld und denkt, dass sie "nicht über Nacht wegbrechen".

Abmangel Die Gemeinden Untergruppenbach und Abstatt haben in der Vergangenheit gemeinsam einen Abmangel von bis zu 150 000 Euro getragen. Ob die bisherigen finanziellen Förderungen der Vereine in Ilsfeld durch die künftigen Zahlungen an die Musikschule gekürzt werden? "Das hoffen wir nicht", sagen die Vereinsverantwortlichen. "Solch eine Diskussion wurde bisher nicht geführt", betont Knödler.