Mit feinem Pinsel gegen den Schmutz

Kulturstiftung der Kreissparkasse spendet 3000 Euro für Freskenreinigung in der Kilianskirche

Von Ute Knödler

Email
Strahlende Gesichter: Jochen Reif (Filialleiter Talheim, von links), Regionaldirektor Karl Heinz Ullrich, Pfarrer Johannes Adolph, Laienvorsitzender Heinz Müller, Hugo Löhrl (Filialleiter Beilstein) und Kirchenpflegerin Heike Rundel.Foto: Ute Knödler

Talheim - „Das tut uns ohne Ende gut“, sagt Pfarrer Johannes Adolph bei der Scheckübergabe. Aus der Kulturstiftung der Kreissparkasse Heilbronn hat die evangelische Kirchengemeinde Talheim einen Scheck über 3000 Euro für die Erhaltung der Fresken in der Kilianskirche bekommen.

Ein kleines, quadratisches Stück Wand unterhalb der Liedtafel zeigt jetzt schon, wie es einmal aussehen kann. Dort ist nämlich der Schmutz schon entfernt. Es ist viel heller als die übrige Wand.

Staubwolken Dem Betrachter fallen die Staubwolken auf den Malerein aber erst auf, wenn er den Kopf seitlich nahe an der Wand hält. Zentimeter um Zentimeter sollen die früh- und spätgotischen Fresken bei der Reinigung mit feinen Pinseln abgestaubt werden, kleinere Stellen müssten konserviert werden, erklärt der Laienvorsitzende des Kirchengemeinderats, Hans Müller. „Es geht dabei nur um die Erhaltung des Bestehenden“, betont der Pfarrer. Gerne erklärt der Seelsorger die beeindruckenden Malereien. Die meisten Besucher seien von der Teufelsfratze sehr angetan. Dargestellt ist die Szene der Versuchung in der Wüste, als der Teufel Jesus einen Stein vorhält, aus dem er ein Brot machen soll. Adolphs Lieblingsfreske ist aus der Heilsgeschichte das Bild der Geburt Jesu. Zwei Engel vor der Krippe, Ochs und Esel sowie Maria, die sich von der Geburt erholt, und an der Seite ein nachdenklicher Josef. „Der Ochse leckt die Füße des Jesuskindes, um sie zu wärmen“, zeigt Adolph voller Begeisterung.

Auf 43 000 Euro wird die Reinigung samt Nebenarbeiten, wie die Demontage der Kirchenbänke oder das Aufstellen des Gerüstes, kommen. Die Kirchengemeinde hofft auf rund 10 000 Euro vom Landesdenkmalamt, auf 10 000 vom Oberkirchenrat und 5000 vom Kirchenbezirk Heilbronn. Der Rest von etwa 18 000 Euro bleibt an der 2000 Mitglieder zählenden Gemeinde hängen. „Die Hälfte haben wir schon durch Spenden beisammen“, erklärt Müller.

Klimaanlage Mit der Reinigung allein sei es nicht getan, sagt der Pfarrer. Ihm ist es wichtig, vorzubeugen, um die nächste Reinigung möglichst weit hinauszuschieben. Dafür hält er eine Klimaanlage mit automatischer Fensteröffnung für notwendig. „Die problematischste Zeit ist das Frühjahr, wenn sich die warme, feuchte Luft mit dem Blütenstaub auf den noch kalten Wänden festsetzt“, erklärt Müller.

Wenn die Renovierung innen fertig ist, geht es draußen weiter. Denn die Zuwege zur Bilderkirche auf dem Berg müssen dringend saniert werden.