Jeanshosen als Eierbecher

Hartmut Fabricius hat ein ungewöhnliches Hobby: Er sammelt das Frühstücks-Zubehör weltweit

Von Ute Knödler

Hartmut Fabricius weiß, dass die vielen unterschiedlichen Eierbecher nur einen individuellen Wert haben.Foto: Ute Knödler

Ilsfeld - Dinosaurier, Kühe, Schweine, Hasen, Enten und Gänse oder Jeanshosen als Eierbecher – Hartmut Fabricius aus Ilsfeld besitzt davon an die 400. „Eigentlich war eine Sammlung gar nicht beabsichtigt“, sagt er. Aber auf der Suche nach einem Geburtstagsmotto Anfang der 90er Jahre stieß er neben den ganz einfachen bunten Plastikeierbechern aus seiner Kindheit auf weitere aus einer Haushaltsauflösung in der Familie.

Ausstellung „Mit rund 20 Eierbechern lud ich zur ersten Eierbecherausstellung ein“, sagt der 42-Jährige und lacht über den damaligen Einfall. Was das ausgelöst habe, damit habe er nie gerechnet. Die Gäste haben die unterschiedlichsten Eierbecher mitgebracht. Danach seien zu sämtlichen Anlässen welche dazugekommen. „Irgendwann habe ich in jedem Laden und in allen Urlaubsländern nach Eierbechern Ausschau gehalten“, sagt der Sammler.

Er zeigt einen hellblauen Gockel-Eierbecher aus der ehemaligen DDR, „im ganz typischen Sonja Plastik“ oder einen mit dem Bild der englischen Königin Elisabeth. „Heute ärgere ich mich, dass ich nicht weitere aus der ’Royal-Familiy-Serie’ gekauft habe“, meint Fabricius. Auch aus Bulgarien, Malta, Frankreich und Österreich besitzt er Eierbecher, teilweise sogar mit der Landesflagge. Ganze Sets, mit Salzstreuer auf einem kleinen Tablett, zieren die alte Pfaff-Nähmaschine im Wohnzimmer des Heilerziehungspflegers.

Die „Casablanca-Serie“, das sind die mit Beinen, als Gärtner, Putzfrau, auf einer Waage, dem Roller oder auf Skiern, stehen separat auf einem Wandregal. Die „Tiere“ stehen auf der Fensterbank zwischen den Blumen, hölzerne, teils mit Bauernmalerei oder die aus Metall, stehen im Regal neben oder auch vor den Büchern.

In der Küche, auf der Ablage in der Toilette oder auf seinem Schreibtisch sind Eierbecher zu finden. Nur an seinem Arbeitsplatz bei der Stiftung Lichtenstern in einer Außenwohngruppe für Menschen mit einer Behinderung, sind keine zu finden. „Das Kollegium möchte das nicht“, bedauert der Ilsfelder ein bisschen.

Osterdekoration Kreative Freunde haben ihm aus Wolle, Papier oder Pappmaché welche gebastelt oder auch originelle Eierwärmer gestrickt. Manchmal werde er von Besuchern gefragt, warum er die Osterdekoration das ganze Jahr über stehen lasse oder seinen Hausrat nicht in Schränken aufbewahre, erzählt er schmunzelnd. Einen halben Tag braucht er, um alle abzustauben. „Da geht immer mal wieder einer kaputt“, sagt er. Für sein Frühstücksei sucht er sich jedes Mal einen anderen Becher aus. Doch zwei Drittel seien ungeeignet zum Ei-Essen. „Ich glaube, früher waren die Eier größer.“