Großes Interesse an der sanierten Alten Kelter

Ilsfeld - Viele Besucher bei der Einweihung − Ausflug in die Geschichte des ältesten Gemeindegebäudes

Von Ute Knödler

Großes Interesse an der sanierten Alten Kelter
Die Einweihung der Alten Kelter lockte in Ilsfeld zahlreiche Besucher an. Walter Conrad vom Heimatverein ließ ihre Geschichte aufleben.Foto: Ute Knödler

Ilsfeld - Die Alte Kelter in Ilsfeld konnte die vielen Besucher kaum fassen, die zur Einweihung nach der Grundsanierung am Samstag gekommen waren. Dies zeigt, wie sehr sich die Einwohner mit ihrem ältesten Gebäude in ihrem Heimatort, das wohl in der zweiten Hälfte im 17. Jahrhundert entstand, identifizieren. Deshalb sind sie froh, dass es erhalten wurde, das äußerten viele Gäste. Der Harmonika-Club und der Musikverein Ilsfeld umrahmten das Fest mit Beiträgen.

Schieflage

Birken, Weinranken, Trauben und Sonnenblumen, liebevoll arrangiert, schmückten die alten Gemäuer. Bürgermeister Thomas Knödler erläuterte, dass das Gebäude, um fast 40 Zentimeter wieder aufgerichtet wurde, weil es schief war. Mitsamt dem angrenzenden Farrenstall kostete die Sanierung rund 420 000 Euro. 160 000 Euro fließen aus dem Landes-Investitionsprogramm. "Weitere 40 000 bis 60 000 Euro Fördermittel erwarten wir als Aufstockung", erklärte Knödler. Neben der Erneuerung des Daches und der Aufarbeitung der Außenfassade, wurden im Innern viele schadhafte Hölzer ausgetauscht. Ein später erfolgter Anbau auf der Rückseite wurde abgerissen. Dort erhielt das Denkmal geschützte Bauwerk wieder die Originalgröße.

Dem Schmuckstück am westlichen Ortseingang ging eine Kelter, die schon im Lagerbuch von 1521 erwähnt wurde, voraus. Drei Kelterbäume, die den Druck beim Pressen des Weines erzeugen, habe die jetzige Kelter besessen, erklärte Walter Conrad. Der Heimatvereinsvorsitzende nahm seine Zuhörer auf einen kurzweiligen Ausflug in die Geschichte der Kelter und des Weines in der Schozachtalgemeinde mit.

Den großen Brand 1904 sowie den Zweiten Weltkrieg überstand das ehemals kaiserliche Bauwerk unbeschadet. Bis zum Jahr 1972 wurde die Kelter von den Ilsfelder Weingärtnern genutzt. Seitdem fristete sie ein Schattendasein, als Salzlager für den Bauhof oder Abstellplatz für die historischen Fahrzeuge für Festumzüge beim Holzmarkt. Nur einmal im Jahr wurde sie aus dem Dornröschenschlaf geweckt, als der Heimatverein mit der Maibaumaufstellung und anschließender Hocketse sie mit Leben erfüllte.

Erinnerungen

Gebhard Koch, der in der Alten Kelter von 1962 bis 1972 die Traubenernte annahm, und Irma Wurst erinnern sich gut an diese Zeit. Unter anderen Bedingungen sei damals gearbeitet worden. "Von Hand sind die Trauben auf eine Rutsche geschaufelt worden", erzählte Wurst. Oft bis weit nach Mitternacht habe man gearbeitet, so Koch.

Die Nutzung der Kelter steht noch nicht fest. Ideen vom Wochenmarkt bis zur Feststätte gebe es reichlich, so der Gemeindechef. Doch müssten in jedem Fall Parkmöglichkeiten geschaffen werden.