Gemeinde zahlt bei Flina kräftig drauf

230 000 Euro Minus 2008 - Private Veranstaltungen sind ein Zuschussbetrieb

Von Sabine Friedrich

Gemeinde zahlt bei Flina kräftig drauf
Im modernen und architektonisch gelungenen Festsaal lässt es sich gut feiern. Das Gebäude hat sich zu einem Hochzeitstempel gemausert. Jedoch: Die Einnahmen reichen nicht aus, die Kosten zu decken.Foto: Archiv/Dirks

Flein - Da schluckten die Gemeinderäte gewaltig: Auf fast 230 000 Euro beläuft sich das Minus, das die Flina im vergangenen Jahr verursachte. 2006 waren es noch 199 000 Euro, 2007 hingegen rund 253 000 Euro. Da müsse gehandelt werden, war sich das Gremium einig. Nach der Sommerpause will die Verwaltung neue Mietpreise vorlegen.

„Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass bei einer privaten Veranstaltung der Kostendeckungsgrad bei 75 Prozent liegt“, konnte Günter Bubeck die Auflistung ausgewählter Vermietungen nicht fassen. Schließlich komme für den Abmangel letztendlich der Steuerzahler auf. „Da legt die Verwaltung für eine Beschneidungsfeier 13 Prozent drauf“, griff er ein Beispiel heraus. „Mit Sicherheit sind wir zu billig“, ärgerte sich der FWV-Gemeinderat.

Damals, im März 2005, war es eine bewusste Entscheidung des Gremiums, ein günstiges Preisniveau für die Benutzungsgebühren festzulegen - als Orientierung dienten die der 30 Jahre alten Sandberghalle. Das sollte die Vermarktung der Flina ankurbeln.

Mit Erfolg, hat sich doch die Halle mit ihrer hochwertigen Ausstattung und ihrem tollen Ambiente als idealer Hochzeitstempel in der Region herumgesprochen. Im vergangenen Jahr richteten zum Beispiel 23 Brautpaare ihr Fest in der Flina aus. Diese ist an den Wochenenden 2009 komplett ausgebucht, seit etwa eineinhalb Jahren.

Tarife Örtliche Vereine, Kirchen und Parteien zahlen nach einer Erhöhung 2007 aktuell 220 Euro Miete für Halle plus Bühne, wenn sie keinen Eintritt verlangen. 500 Euro werden fällig, wenn die Veranstaltung kostenpflichtig ist. Diesen Preis bezahlen auch Einwohner und Gewerbetreibende. Für Auswärtige werden 725 Euro fällig, bei über sechs Stunden Nutzung 875 Euro.

Inbegriffen sind laut Kämmerer Gerhard Vollmer Strom, Gas und Wasser. Und allein der Gaspreis hat seit 2007 teilweise gewaltige Sprünge gemacht. „Manche Feier hatte einen so hohen Wasserverbrauch, dass man meinen könnte, man habe eine Schaumparty gegeben“, kommentierte SPD-Rätin Anneliese Truckenmüller Zahlen von zehn, zwölf und 13 Kubikmetern.

Und wenn eine einzige Hochzeitsfeier 573 Euro nur an Stromkosten verschlingt, dann legt die Gemeinde drauf. „Die Halle wird für Hochzeiten zu günstig vergeben“, war nicht nur die Meinung von Heidi Scharf-Giegling. Sie monierte gleichzeitig, dass kleinere kulturelle Veranstalter die Benutzungsgebühr nicht aufbringen könnten. „Die Rahmenbedingungen sind so, dass sie abschrecken.“ Dabei wäre die Flina eine gute Alternative zum Heilbronner Schießhaus. „Da geht Flein Potenzial verloren“, kritisierte die SPD-Gemeinderätin. Ihr Eindruck ist, dass die Tarife für Auswärtige gut gestaltet seien, für Fleiner sich jedoch die Türen schwer öffneten.

Ob man die Kultur nicht subventionieren sollte, stellte Ronald Hansel (CDU-BL) in den Raum. Ein Abmangel von 230 000 Euro sei ein Batzen Geld, erschreckte auch ihn diese Zahl. Er erinnerte daran, dass in Zeiten von Bürgermeister Jürgen Schmid von 70 000 Euro die Rede gewesen sei. Eine Summe, die die Abschreibungen - 148 000 Euro 2008 - nicht berücksichtigte.

Gewinn erzielen Für Günter Bubeck steht fest: Die Gebühren müssen so kalkuliert werden, dass bei Hochzeitsfeiern Gewinn erzielt werde. „Mit der relativ niedrigen Gebühr haben wir unser Ziel erreicht, die Flina bekannt zu machen. Jetzt müssen wir reagieren“, war sich Jens Oppl (CDU-BL) mit dem restlichen Ratsrund einig.

Kommentar „Geschenke“

Gemeinde zahlt bei Flina kräftig drauf
Im Herbst 2005 ist das Gebäude in der Sandberghohle, oberhalb der über 30 Jahre alten Sport- und Festhalle, eingeweiht worden.Foto: Dittmar Dirks
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