Auf Schlossbergschule getauft

Fest zum 50. Geburtstag und zur Namensgebung in Auenstein

Von Ute Knödler

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Stolz zeigen die Grundschüler das Wappen mit dem neuen Namen der Schule neben der Eingangstür, das auch ihre T-Shirts ziert.Foto: Ute Knödler

Ilsfeld - „Zum Geburtstag viel Glück, ach liebe Schule, wir haben Dich lieb“, sangen die Auensteiner Grundschüler bei ihrem Sommerfest. Aufgrund des unbeständigen Wetters wurde die Feier zum 50. Geburtstag und zur Namensgebung der Grundschule kurzerhand in die Tiefenbachhalle verlegt. „Eineinhalb Jahre lang haben wir nach einem Namen gesucht“, erklärte Schulleiterin Heidi Ade. Zur „Taufe“ durften alle Schüler einen Luftballon steigen lassen. „Die Kinder brauchen Rituale“, sagte Ade.

Bei der Befragung habe er sich für „Sonnenschule“ ausgesprochen, meinte der Viertklässler Adrian Gojani. Seine Mitschülerin Nele Gemmrich wünschte sich damals Regenbogenschule. „Doch Schlossbergschule“ ist auch gut“, findet Nele, und die Buben und Mädchen um sie herum nickten zustimmend.

Erinnerungen Zu Gast beim Schulfest waren auch Willi Berenz und Gertrud Bock aus Helfenberg. Die Zwillinge wurden vor 50 Jahren eingeschult. Die Einweihung des neuen Schulgebäudes sei ein Riesenfest gewesen, erinnert sich Berenz. „Jeder Schüler hat eine Rote Wurst und einen Weck bekommen“, weiß der Helfenberger noch. Jeweils die erste und zweite, dritte, vierte und fünfte sowie die sechste, siebte und achte Klasse seien miteinander unterrichtet worden. „Die Buben haben manches Mal „Hosenspannes“ gekriegt“, so Berenz. „Und die Mädchen bekamen Tatzen“, erzählte Getrud Bock. Samstags hätten die Achtklässler Altpapier verbrannt und Blumen gegossen. Windrichtung und die Regenniederschlagsmenge sei im Fach Wetterkunde regelmäßig gemessen worden.

Von 1966 an erlebte Schulleiter Karlheinz Dank seine schönsten sieben Berufsjahre in Auenstein. „Bis die Schule bei der Schulreform zu einer B-Schule, das heißt zum Beobachtungsfall wurde“, erklärte Dank. Bei weniger als 120 Schülern sollte die Schule binnen zwei Jahren geschlossen werden. „Die Kinder waren doch schon geboren und wir kamen nur auf 108“, erklärte der heute 82-Jährige. Ein Förderkreis konnte die Schließung noch abwenden.

Lesezimmer Altpapier und Altmetall habe er gesammelt und ein Fest gefeiert, um mit dem Erlös eine Bücherei zu gründen. „Die war mir immer sehr wichtig“, sagte Dank. Mit dem neu ausgestatteten Lesezimmer, das die Grundschüler kürzlich eingeweiht hatten, schließt sich der Kreis. 5000 Euro hat der Förderkreis zugeschossen, freut sich Ade.

Zum Geburtstags- und Namenfest sangen und tanzten die Kinder in ihren roten T-Shirts mit dem neuen Logo, ließen als Ritter und Burgfräulein „Ritter Rost“ zu Wort kommen. Die Chorkinder erhielten für ihre lustigen Begebenheiten um „Petterson und Findus“ viel Applaus.