700 Sportler feiern spielend ein Fest

Handballbezirk Heilbronn-Franken auf den Anlagen am Sandberg zu Gast

Von Barbara Barth

700 Sportler feiern spielend ein Fest
Sogar für Abkühlung aus der mobilen Dusche haben die Fleiner gesorgt. Kinder und Betreuer waren am heißen Samstag dankbar dafür.Foto: Barbara Barth

Flein - Seit dem Unwetter vor einer Woche hat Michael Knorr jeden Tag ängstlich zum Himmel gesehen und jede Wettervorhersage verfolgt. Der Handball-Abteilungsleiter des TV Flein zitterte, ob das zweitägige Spielfest des Handballbezirks Heilbronn-Franken auf den Sportanlagen am Sandberg ungestört ablaufen könne: "Ein solcher Regen und Sturm wäre das Chaos gewesen." Wenigstens am ersten Tag schien die Sonne. Bürgermeister Alexander Krüger, die Bezirksjugendvertreterin Marie-Anne Traub, und Knorr eröffneten das Spielfest unter einem wolkenlosen Himmel. Nur der Sonntag war dann leider doch verregnet. Die Spiele mussten in die Halle verlegt werden.

Jubiläum Die Handballabteilung des TV Flein feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Für die Verantwortlichen des Bezirks war es daher keine Frage: Das Spielfest 2011 findet in Flein statt, zum dritten Mal seit 1990.

Die Gastgeberrolle bringt Pflichten mit sich. Rund 700 Kinder der D- und E-Jugend aus 55 gemeldeten Mannschaften sind zu betreuen. Hinzu kommen rund 250 erwachsene Begleiter und Schiedsrichter. Sie schlafen auf zwei Plätzen in der Nähe der Sportstätten in selbst mitgebrachten Zelten. Das Küchen-Team des Vereins hat ausgerechnet, dass etwa 100 Kilo Reis gekocht, 120 Kilo Maultaschen und Kartoffelsalat zubereitet werden müssen. Mehr als 2000 Mahlzeiten sättigen die hungrigen Jungsportler. "Seit über einem Jahr liefen die Planungen", erzählt Abteilungsleiter Michael Knorr. 1200 Helferstunden waren einzuteilen, Plätze zu vermessen, die Feuerwehr Flein ins Rahmenprogramm zu integrieren.

Es wird beileibe nicht nur Handball gespielt während der Veranstaltung. Auch leichtathletische Disziplinen wie Weitsprung, Lauf und Ballwurf sowie Koordinationsübungen und musische Talente sind gefragt. Denn das ist der tiefere Sinn des Spielfestes: "Die allumfassende Bewegungsausbildung der Kinder im Verein findet auch hier ihren Ausdruck", bekräftigt Marie-Anne Traub. Zwei Tage Zusammensein und die Übernachtung im Zelt seien für viele ein echtes Erlebnis. Am Schluss bekommt jeder ein T-Shirt. Es beweist: "Ich war dabei".

Für den minutiösen Ablauf des kunterbunten Spektakels sorgt unter anderem Dr. Martin Sander. Der Orthopäde aus Lauffen ist offiziell Projektleiter für Breiten- und Freizeitsport im Bezirk, hält sich selbst "zuständig für Defizite und Fröhlichkeit". Am Mikrofon der Turnierleitung behält er den Überblick: "Schiedsrichter auf Platz drei? Danke. Platz vier? O.K." Wenn eine Mannschaft abhanden gekommen ist, wird sie von ihm gesucht. "Wo ist die Fleiner D-Jugend weiblich?"

Pünktlichkeit Ramona Feinauer, Franzi Plieninger und Jennifer Birsan vom TSV Nordheim schlendern in aller Ruhe von ihrem Zelt- zum Sportplatz. In zehn Minuten sind die Zwölfjährigen mit Weitsprung an der Reihe. Pünktlichkeit wird bei den vielen Terminen geschätzt.

Für jeden einzelnen Wettbewerb gibt es ein Punktesystem. Nur wer unterm Strich der Beste ist, wird Gesamtsieger des Spielfests. Das muss beileibe nicht die beste Handballmannschaft sein. "Wir haben schon ganz erboste Eltern erlebt", weiß Marie-Anne Traub zu berichten. "Sie haben sich fürchterlich aufgeregt, dass der Verein ihres Sohnes als Handball-Erster nicht auch Festsieger wurde." Leichtathletik, Koordination und kreative Fähigkeiten gehören eben auch dazu.

Die diesjährigen Sieger heißen: TV Lauffen (weibliche Jugend E), Neckarsulmer Sportunion (weibliche Jugend D), TSB Horkheim (männliche Jugend E) und JSG Heilbronn-Flein (männliche Jugend D).