Mord mit Erdbeer-Konzentrat?

Theatergruppe "Maskerade" spielte in der Beilsteiner Stadthalle eine Kriminalkomödie

Von Wolfgang Seybold

Mord mit Erdbeer-Konzentrat?

Irrungen und Wirrungen um einen toten Unternehmer: Ihr komödiantisches Talent stellte die Theatertruppe "Maskerade" mit dem Stück "Meine Leiche, deine Leiche" in Beilstein unter Beweis. (Foto: Werner Kuhnle)

Unter der Regie von Gabriela Meyer wurde eine schwarze Posse gespielt, für die es von den zahlreichen Zuschauern häufig Szenenapplaus gab. Unternehmer Albrecht Greifenbrecht, von Raffaele Contu sehr überzeugend verkörpert, zieht durch seinen diktatorischen Führungsstil den Zorn und die Wut seiner Angestellten und sogar der Familie auf sich. Der betrogene Kompagnon (Peter Piela) und der von Greifenbrecht beim Betrug ertappte Buchhalter (Marcel Rieschl) wollen dem verhassten Chef nach dem Leben trachten.

Die sich ewig in der Ausbildung befindliche Tochter Dietlinde (Sandra Hofheinz) will weiterhin vom Vater Geld. "Ich möchte mein Erbteil ausbezahlt haben - und zwar jetzt sofort", schreit sie ihren Vater an, den das alles nicht anficht. Da kann eigentlich nur noch die Ermordung des Verhassten helfen.

Die frustrierte Ehefrau (Birgit Koch) und die mittellose Schwester Felicitas (Rositta Heil) finden, wie alle anderen auch, eine Möglichkeit ihren Vorsatz, den starrsinnigen Greifenbrecht umzubringen, in die Tat umzusetzen. Rattengift, Allergie auslösendes Erdbeer-Konzentrat, Zyankali und Schlaftabletten - alles wird von den Enttäuschten in den Schlummertrunk des Tyrannen gemixt. Und tatsächlich, eines morgens hängt Alfred Greifenbrecht tot über seinem Schreibtisch. Die verschrobene Hausmeisterin Zensi Mossgruber findet den leblosen Körper. Claudia von Langen-Kühner spielt diese umwerfend komisch.

Doch wessen Leiche ist das nun? Das sollen der karriereversessene Inspektor Ingo Irre (Harald Fabriz) und sein vertrottelter Assistent Walter Denkste (Ralf Andraschek) herausfinden. Ist denn nun die Sekretärin Marlene Eisendorf (Bettina Wiedmann), deren Liebe nicht erwidert wurde, die Mörderin Greifenbrechts? Oder beförderten ihn die anderen ins Jenseits? Jeder bezichtigt sich selbst der Tat. Die Lösung war dann auch für das Beilsteiner Publikum überraschend und belustigend.