Die Einschusslöcher im Backhaus erhalten

Denkmal in Oberheinriet - Arbeiten am Häckselplatz

Von Luzia Grimm

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Es ist eher unscheinbar und leicht zu übersehen im Vorbeifahren: das Backhäusle in Oberheinriet. In acht Tagen wird das Gebäude im Untergruppenbacher Ortsteil in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken, wenn am Tag des Offenen Denkmals eine Gedenktafel enthüllt wird. "Wir haben das Backhaus sandgestrahlt und es hat ein neues Dach bekommen", erklärt Bürgermeister Joachim Weller. Die Gedenktafel wird an die schrecklichen Kriegstage in Oberheinriet im April 1945 erinnern. Dass beim Restaurieren die Spuren jener Tage von vor 60 Jahren erhalten geblieben sind, das ist Eberhard Schweizer vom Heimatverein zu verdanken. Die Tafel am Backhäusle wird auch an den "Engel von Oberheinriet" erinnern. So wird die damals 19 Jahre alte Lydia Süss genannt, die Verwundete in der Schubkarre aus der Kampfzone gerettet hat. Zur Feierstunde am 11. September 2005 werden auch Zeitzeugen erwartet. Helmut Wagner vom Bauhof fugt gerade zwischen den ausgewechselten Sandsteinen aus. "Dass man sieht, wo der Panzer hineingeschossen hat", erklärt er. Das Oberheinrieter Backhaus ist das einzige Gebäude im Dorf, an dem noch Spuren vom April 1945 sichtbar sind. Der Mann mit dem Mörtel schüttelt den Kopf, wenn er an die Oberheinrieter Verteidigung im längst verlorenen Krieg denkt. Mit Panzern rückte die US-Armee am 14. April in Oberheinriet ein und traf dort auf die deutschen Verteidiger. Es kam zum erbitterten Straßen- und Häuserkampf, wie Alfred Streim im Untergruppenbacher Heimatbuch berichtet. Bei einem Luftangriff auf Vorhof am gleichen Tag wurden 90 Prozent der Häuser zerstört. Einen Tag später wurde Unterheinriet aus der Luft angegriffen, weil sich die Deutschen dorthin zurückgezogen hatten. Den Heinrietern war zum Verhängnis geworden, dass sich der Heilbronner NSDAP-Kreisleiter Richard Drauz mit einer Kampfgruppe nach Oberheinriet zurückgezogen und die Parole "bis zum letzten Dachziegel verteidigen" ausgegeben hatte. Frisch verputzt und endlich ohne Gerüst präsentiert sich der Barockflügel von Burg Stettenfels in den strahlend schönen Sonnentagen zum Septemberbeginn. Über zwei Jahre hat es gedauert, bis Schloss- und Burgherr Roland Weimar den Verputz in zähen Verhandlungen mit der Denkmalbehörde durchsetzen konnte. "Er hat allein so viel gekostet wie eine Eigentumswohnung", sagt Weimar. Ein schmiedeeisernes Tor fällt jetzt in der Burgmauer auf. Es verschließt einen Mauerdurchbruch, der bei großen Veranstaltungen zur Ausfahrt wird. Damit haben die erheblichen Staus und Parkprobleme ein Ende. Auf zwei Tore wartet der Untergruppenbacher Häckselplatz noch. Darüber informiert ein Schild der Abfallwirtschaft des Landratsamts am Zaun, der das bisherigen Reisigplatzgelände am Sträßchen vom Dorf zur Burg vorübergehend absperrt. "Ich schätze, dass Mitte bis Ende September wieder geöffnet werden kann", erklärt Bürgermeister Joachim Weller. Dann wird sich ein Platzwart - die Gemeinde sucht gerade jemanden für die Stelle - zu festgelegten Öffnungszeiten um den abgezäunten Häckselplatz kümmern. Geräumt und neu eingeschottert ist der Platz bereits, für den der Landkreis zuständig ist. Für Personal und Öffnungszeiten ist die Gemeinde verantwortlich.

Die Einschusslöcher im Backhaus erhalten

Die Einschusslöcher im Backhaus erhalten

Die Einschusslöcher im Backhaus erhalten