Wo die Phantasie ihren freien Lauf hat

Simone Eschbach eröffnet Ausstellung − Unterstützung von künstlerischen Familienmitgliedern

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Barth

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Wo die Phantasie ihren freien Lauf hat
In Grau, Schwarz und leuchtendem Gelb: Ordnung im Chaos nennt Simone Eschbach ihr großformatiges Bild. Rechts: Lichtblicke.Foto: Barbara Barth

Oberstenfeld - Sie ist Augenoptikermeisterin, er ist Verwaltungsfachmann − und doch ist die Oberstenfelder Familie Eschbach eine durch und durch künstlerische. Simone Eschbach malt, Andreas Eschbach macht Musik, und auch die Kinder spielen Instrumente.

Bei einer Ausstellungseröffnung im Foyer des Großbottwarer Rathauses erlebten 100 Besucher das geballte Eschbachsche Potenzial: Die Bilder und Papier-Objekte stammen von der 45-jährigen Künstlerin aus Gronau, für die musikalische Erbauung der Gäste sorgten Ehemann Andreas am Keyboard und Tochter Sophie mit der Querflöte. Der Sohn Nicolas spielt Keybord. Im Hauptberuf ist Andreas Eschbach Hauptamtsleiter in Neckarsulm, nebenbei Mitglied der Drei-Mann-Partyband Men’s Shack.

Acrylmalerei Simone Eschbach ist in Großbottwar aufgewachsen, seit 20 Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Gronau. Zu Farben und Pinsel greift sie früh, probiert verschiedene Techniken aus. Aber seit 2005 weiß sie, dass die Acrylmalerei ihr Ding ist. "Sie lässt meiner Phantasie den größten Spielraum", hat sie festgestellt. Sie besucht regelmäßig Malkurse und Workshops, unternimmt Studienreisen in die Toskana und experimentiert weiter.

So hat sie sich zum Beispiel in jüngster Zeit auch mit Tusche auf Büttenpapier und mit Collagen beschäftigt. Im Winter arbeitet sie in ihrem Wohnhaus in der Fockenhalde, sonst ist eine alte Lagerhalle eines Gronauer Baustoffhandels ihr Atelier.

Hier entstehen abstrakte Bilder in leuchtenden oder dezenten, aber immer harmonischen Farben. Gegenständliches nur abzubilden hat Simone Eschbach nie gereizt. Eine Moorlandschaft ist zwar durchaus erkennbar, aber von der Realität abstrahiert. Das Dorf im Abendrot zieht den Betrachter in eine fast magische Stimmung, vier Irland-Bilder beruhigen mit ihren sanften Farben in Grün, Gelb und Braun das Auge. Nicht alles hat Simone Eschbach mit eigenen Augen gesehen. So ist sie zum Beispiel nie in Irland gewesen, aber "ich stelle es mir da so vor".

Dass die Künstlerin hauptsächlich mit Acrylfarben arbeitet, hat seinen Grund: "Acryl leuchtet und ist von der Handhabung her ganz anders als zum Beispiel Aquarell." Sie schaffe "mit Schwung und Kraft" und selten nur mit dem Pinsel.

Bilder mieten Wer Simone Eschbachs Bilder zuhause ausprobieren will, kann dies tun. "Rent a picture" (Miete ein Bild) nennt sie diesen Dienst. Gegen eine geringe Gebühr hängt sich der Kunstliebhaber für mindestens sechs Monate ein Bild in seine vier Wände. Danach kauft er es, gibt es zurück oder mietet sich ein anderes Bild. "Der Trend geht dahin", hat Simone Eschbach festgestellt. Die Idee zum Bilder-Mieten kam ihr, weil "ich bei uns zuhause die Bilder auch oft umhänge".

Die Ausstellung im Großbottwarer Rathaus ist bis 28. Februar zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.