Laufen für die gute Sache

Nico Motchebon trainiert Schüler für Lebensläufe beim Bottwartal-Marathon

Von Marion Mockler

Laufen für die gute Sache
Und hoch das Bein: Auch den Storchengang übten die Grundschüler aus Großbottwar bei der Sportstunde mit Nico Motchebon.Foto: Marion Mockler

Grossbottwar - Auch ein Champion verliert mal. Dass erst durch Niederlagen das Siegen richtig Spaß macht, lernten Großbottwarer Grundschüler am gestrigen Mittwoch von dem ehemaligen Olympiateilnehmer Nico Motchebon. In der Wunnensteinhalle erwies sich der Hallenweltrekordhalter über 600 Meter als fairer Laufgegner: Nach einer Stunde Training für die Schüler trat er gegen die vier Schnellsten an - und wurde prompt von zwei Drittklässlern überholt.

Aber ums Gewinnen ging es auch gar nicht. Sondern vielmehr darum, die Dritt- und Viertklässler zur Teilnahme an den Lebensläufen zu motivieren. Diese Schülerwettkämpfe über 1,5 und 4,2 Kilometer werden am 13. Oktober beim Bottwartal-Marathon ausgetragen. Startgeld ist keines fällig, statt dessen wird eine Spende für die Deutsche Welthungerhilfe erbeten. Schon zum zweiten Mal soll der Erlös aus dem Bottwartal Schülern in Mali das Schulgeld finanzieren.

Seit 1994 engagiert sich Nico Motchebon als Botschafter der Welthungerhilfe. Unentgeltlich hält der 37-Jährige Sportstunden ab und nimmt an Läufen teil. Natürlich auch im Bottwartal, allerdings nur am Zehn-Kilometer-Lauf: „Ein Marathon ist doch ziemlich lang“, sagt er und lacht.

Die beiden Organisatoren der Bottwartaler Schülerläufe, Gerhard Petermann und Marion Kowalski, arbeiten nun schon im dritten Jahr mit dem Olympioniken zusammen. Zwei Mal pro Jahr trainiert der ehemalige Mittelstreckenläufer mit Schülern aus der Region. „Dieses Mal sind wir außer in Großbottwar auch noch in Steinheim“, erläutert Gerhard Petermann.

Sportlehrerin Margit Staerker freut sich, dass ihrer Klasse das Training mit dem Sportler ermöglicht wurde. „Es hat den Kindern ganz offensichtlich sehr viel Spaß gemacht“, resümiert sie zum Ende der Stunde.

Da stellt sich Motchebon den neugierigen Fragen der Neun- und Zehnjährigen. Woher er kommt? Aus Berlin. „Aber wahrscheinlich zielt die Frage eher auf meine Hautfarbe ab“, sagt der dunkelhäutige Läufer und schmunzelt. „Die habe ich von meinem Vater, der kam aus Kamerun.“ Erst mit 14 Jahren hat er mit dem Leistungssport angefangen.

Da ist die zehnjährige Jenny schon weiter: Sie hat bereits im vergangenen Jahr am Schülerlauf teilgenommen. Und zumindest bei ihren Klassenkameraden Anna und Simon hat Nico Motchebon an diesem Vormittag ganze Überzeugungsarbeit geleistet: Im Herbst wollen die beiden auf jeden Fall auch dabei sein.