Integration durch die Musik

Vorbereitungen für das Festival auf dem Friedrichshof laufen

Von Anja Krezer

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In Vorfreude auf das Festival sind die Organisatoren (von links) Jörg Petereit, Simon Hirsch und Peter Ucik. Foto: Anja Krezer

Obersulm - Angefangen hat es vor einigen Jahren mit ein paar hundert Zuschauern. Dieses Mal wollen die Organisatoren die 1500er-Grenze knacken. Das fünfte Festival auf dem Friedrichshof bei Obersulm-Eichelberg in Folge hat sich zu einer Großveranstaltung gemausert - dieses Mal, am 28. Juli, mit einer Band, die den größten Bekanntheitsgrad aller bisher aufgetretenen Gruppen hat: den H-Blockx. Mit dem „Come-Together“-Festival der Evangelischen Stiftung Lichtenstern soll die Integration von behinderten Menschen gefördert werden - aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern quasi nebenbei.

Organisationstrio Welche Bands werden verpflichtet? Aber auch: Welche Wohngruppe verkauft beim Festival wo welches Essen? Dinge, um die sich das Organisationstrio seit Dezember kümmert. Jetzt, in der heißen Phase, haben Jörg Petereit, stellvertretender Leiter der Lichtensterner Außenstelle auf dem Friedrichshof, Wohngruppenleiter Simon Hirsch und Heilerziehungspfleger Peter Ucik besonders viel zu tun. Was ihnen aber bisher nicht die Laune verdorben hat. Rund 60 Helfer werden am Festival-Samstag im Einsatz sein. Mit Auf- und Abbau sind etwa zehn bis 15 Leute beschäftigt.

„Integration ist unser Hauptziel“, sagt Peter Ucik. Aber nicht, indem sie ganz bewusst in den Vordergrund gerückt wird, ergänzt Simon Hirsch. „Eher nebenbei“ soll sie vonstatten gehen. Peter Ucik: „Wir wollen zeigen, dass eine Behinderten-Einrichtung nicht so ist, wie viele sich das vielleicht vorstellen. Auch hier kann man auf den Putz hauen.“ Die große Wiese mit den wuchtigen Bäumen biete sich als Open-Air-Gelände geradezu an. Die Leute kommen her, genießen die Musik, haben Spaß - und treffen dabei eben auch auf gleichgesinnte Menschen mit einer geistigen Behinderung. „Wir wollen junge Leute hierher locken“, sagt Jörg Petereit. Sie könnten ganz ungezwungen zu Menschen mit Handicap in Kontakt treten.

Peter Ucik steht beim Festival übrigens gleich zwei Mal auf der Bühne: als Mitglied der Coverband Good News und der Tollhouse Gang, einer Band, in der rund zehn Bewohner und drei Betreuer spielen und singen. Auch Simon Hirsch ist bei der Tollhouse Gang. Beide Gruppen gehören sozusagen zum Inventar beim Friedrichshof-Festival. Hinzu kommt jedes Jahr eine junge Band: dieses Mal Vision aus Würzburg, die einen Mix aus Funk, Soul und Hip-Hop spielt. Der Hauptact ist die Crossover-Band H-Blockx. In den 90er-Jahren hatte sie große Erfolge mit Titeln wie „Risin’ high“ oder „Little girl“. Peter Ucik: „Das ist unser bisher größter Act, was den Bekanntheitsgrad betrifft.“

Geld Klar ist, dass so ein Festival viel Geld kostet. „Wir versuchen, es kostendeckend über die Bühne zu bringen“, sagt Jörg Petereit. Gedeckt werden die Ausgaben über Eintrittspreise, Sponsoren und über das, was die Wohngruppen verkaufen: Pommes, Würste oder Gyros. Der Ton auf der acht mal zehn Meter große Hauptbühne kommt aus einer 12 000-Watt-Anlage. 60 000 Watt hat die Lichtanlage. Am zweiten Festivaltag heißt es: Weißwurstfrühstück und Unterhaltung mit dem Musikverein Löwenstein am Sonntag.

Karten für den 28. Juli gibt es zu elf Euro in den Filialen der Bäckerei Trunk, im Music Store in Öhringen und online: karten@friedrichshoffestival.de. An der Abendkasse kosten sie 13 Euro. Infos im Internet: www.friedrichshoffestival.de.