Ein "strahlender Diamant" gibt den Taktstock ab

Ereignisreiche Winterfeier des Musikvereins Talheim: Paul Hofmann verabschiedet und geehrt - 5000 Euro von der Kreissparkasse

Von Uwe Mundt

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So schnell ließen sie ihn nicht ziehen. Um 23.05 Uhr aber überreichte Paul Hofmann seinen Dirigentenstab an seinen Nachfolger Werner Werosta, der dem Musikverein seit Jahren verbunden ist und bereits die neu aufgestellte Jugendkapelle dirigiert. Ganz will Hofmann nicht von der Musik lassen: Er spielt nun bei den Aktiven Saxophon.

Mit der Übergabe des Taktstocks geht für den Verein eine 80 Jahre währende ra zu Ende. 1924 hatte Paul Hofmanns Vater Bonifatius ("Bone") das Regiment über die Musiker übernommen und es 1974 an seinen Sohn weiter gegeben. Der hatte schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg als erster Trompeter angefangen und war seit 1954 Vizedirigent. Seit 1952 war Paul Hofmann für die Ausbildung des Nachwuchses zuständig.

Für sein beinahe lebenslanges musikalisches Engagement überreichte Bürgermeister Rainer Gräßle dem Mann am Pult die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, die ihm Ministerpräsident Erwin Teufel verliehen hatte. Für die Talheimer Vereine sagte Liederkranz-Vorsitzender Wolfgang Kettlitz dem scheidenden Dirigenten Dank für die angenehme Zusammenarbeit in der Vergangenheit.

Danke sagte auch der Vizepräsident des Carnevals-Vereins, Thomas Müller, mit einer Doppelflasche Sekt. Die Vorsitzende des Heilbronner Kreisverbandes der Blasmusiker, Friedlinde Gurr-Hirsch, nannte Hofmann einen "Diamanten, der seit Jahren strahlt".

Die im vergangenen Jahr neu ins Leben gerufene Jugendkapelle, die bei der Winterfeier erstmals ihr Können zeigte, hat die Kreissparkassen-Stiftung offenbar so beeindruckt, dass diese 5000 Euro für die Jugendarbeit des Vereins locker machte. KSK-Direktor Werner Krahl und die Talheimer Filialleiterin Erika Hüttner überreichten dem Musikvereinsvorsitzenden Friedrich Garrelts den Scheck.

Das war noch nicht das Ende des Geldsegens: Bürgermeister Rainer Gräßle überbrachte die Zusage des Gemeinderats, dem Verein 2500 Euro für neue Noten und Instrumenten zu geben. Diese waren im April 2003 den Flammen in der Schule zum Opfer gefallen.

Mit vorwiegend epischen Werken verabschiedete sich Paul Hofmann mit seinen rund 35 Musikerinnen und Musikern vom Dirigentenpult. Ganz besonders mit Beifall bedacht wurden "The New Village" von Kees Vlak und der "Mars der Medici", den die Zuhörer mit stehenden Ovationen aufnahmen. Dann gab's noch ein allerletztes Dirigat: "Alte Kameraden". Hofmanns Tochter Bärbel hatte darauf bestanden, bei den beiden letzten Stücken noch einmal unter dem Papa die Klarinette zu blasen. "Sie will mal ihrem Vatter den Marsch blasen", kommentierte aus dem Hintergrund ein Musiker.