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Zweites Nein für 50 Meter hohen Polizeifunkmast

Neuenstadt hat das Gesuch des Landes, auf seiner Gemarkung einen 50 Meter hohen Mast bauen zu dürfen, abgelehnt. Auch Leingarten hatte sich erst im Oktober gegen einen solchen Funkmast gewehrt.

Von Christian Gleichauf
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Neuenstadt - Das Votum des Bauausschusses war einstimmig: Neuenstadt hat das Gesuch des Landes, auf seiner Gemarkung einen 50 Meter hohen Mast bauen zu dürfen, abgelehnt. "Es ging um eine exponierte Lage an der Landesstraße 1088. Wer von Öhringen kommt, würde schon aus Kilometern Entfernung von Neuenstadt nur diesen Mast sehen", begründete Bürgermeister Norbert Heuser die Entscheidung. "Das ist völlig unvorstellbar."

Erst im Oktober hatte Leingarten es abgelehnt, einen bestehenden Funkmast auf der Heuchelberger Warte auf 50 Meter erhöhen zu lassen. Auch dieser war dazu bestimmt, die Region für den digitalen Behördenfunk fit zu machen. Polizei, Feuerwehr und andere "Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" warten seit Jahren auf diesen Funk, der laut Regierungspräsidium Stuttgart nun Ende 2012 flächendeckend eingeführt werden soll.

Funkmast-Standorte

Insgesamt müssen Standorte für über 20 Funkmasten in Stadt- und Landkreis Heilbronn und weitere knapp 20 in Hohenlohe gefunden werden. Was die Ablehnungen in Neuenstadt und Leingarten zur Folge haben? "In diesen Orten wird es künftig keine Polizei und keine Feuerwehr mehr geben", sagt Landratsamtssprecher Hubert Waldenberger scherzhaft. Das Landratsamt hatte die Bauanträge im Auftrag des Innenministeriums gestellt.

Aus eins mach zwei

Tatsächlich könnte es nun zu weiteren Verzögerungen kommen, denn das Ziel bei der Auswahl der Standorte sei gewesen, "mit möglichst wenigen Funkmasten eine optimale Abdeckung zu erreichen", wie David Bösinger vom Regierungspräsidium Stuttgart erklärt. Wird nun ein Antrag abgelehnt, muss ein ähnlich geeigneter Standort gefunden werden, oder aber es muss zwei weitere Funkmasten für diesen Bereich geben. "In der Vergangenheit konnten wir uns aber in der Regel mit den Gemeinden einigen", sagt Bösinger.

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